WorldWine Blog

10. Januar 2011

Haben Weinforen eine Zukunft? - Versuch einer Bestandsaufnahme

von Eckhard Supp - Noch vor wenigen Jahren beherrschten Sie das Panorama der Weindiskussionen im Internet, heute ist es um die meisten von ihnen merkwürdig still geworden. Statt dessen geht es auf den vielen Weinblogs und in den Social Media, Facebook und Twitter allen voran, umso lebhafter zu. Sind die Weinforen überholt, vielleicht sogar am Ende?


 

Die Urgesteine wein-plus.de und talk-about-wine.de

Früher fanden Diskussionen im Internet fast ausschließlich in Chat-Rooms und so genannten Diskussionsforen statt. In der Online-Weinwelt beherschten Wein-plus.de, bereits 1997 gegründet und von Anbeginn an um ein vorwiegend per E-Mail betriebenes und sehr populäres Forum herum aufgebaut, und Mario Scheuermanns talk-about-wine, das bereits Ende 2002 online ging, die Szene. Unsere eigenen, auch recht frühen, Versuche, ein Diskussionsforum zu betreiben, landeten dagegen sehr schnell wieder in der Ablage "P" - ob aufgrund unserer eigenen Unfähigkeit oder weil unsere Leser an so etwas kein Interesse hatten, sei hier einmal dahingestellt.

Die glorreichen Sieben

Aktuell gibt es sieben mehr oder weniger bedeutende und frequentierte Foren, was zunächst einmal auf eine lebhafte Szene hinzudeuten scheint. Es sind www.talk-about-wine.de, www.wein-plus.de, www.weinforum.info, www.weinforum.org, www.dasweinforum.de, www.riesling.de und www.weinfreaks.de. Die ursprünglich überschaubare Zahl von nur zwei Foren hat sich also in den letzten Jahren mehr als verdreifacht, wobei es in dem einen oder anderen Fall sogar zu direkten "Ausgründungen" aus existierenden Foren kam, wie im Falle von dasweinforum.de, das aus talk-about-wine.de hervorgegangen ist. Die Diskussionsgruppen bei Xing, die ähnlich wie Foren strukturiert sind, betrachte ich als den Social Media zugehörig und berücksichtige sie hier nicht.

In ihrer Struktur unterscheiden sich die genannten sieben bereits erheblich. Die meisten sind auch für nicht angemeldete Gäste zu lesen (zum Schreiben muss man sich einloggen) und bieten bereits auf der Startseite eine einigermaßen klare Gliederung nach Diskussionsgruppen und Themen an, aber bei wein-plus.de stellt sich die Startseite dem unvorbereiteten Leser wie ein undurchschaubares, vor allem aber unstrukturiertes Sammelsurium von Betreffzeilen dar, während riesling.de wiederum einen Gutteil seines Contents nur angemeldeten Usern zugänglich macht.

Noch tiefer aber sind die Gräben, betrachtet man Inhalte und Aktivität. Hier hat trotz aller Kritik und Abspaltungen immer noch eindeutig talk-about-wine.de die Nase vorn, und das nicht nur, weil es im Laufe der Jahre die ungeheure Menge von etwa 4.000 Themen (threads) und 135.000 Beiträgen (Stand aller Zahlen 10.1.11) akkumulieren konnte, die praktisch das gesamte Spektrum der aktuellen Weindiskussion abbilden. Auch wenn man nur den letzten Monat betrachtet, steht das Forum von Mario Scheuermann noch an der Spitze: Seit Anfang/Mitte Dezember wurden hier 27 neue Themen angeschnitten, insgesamt waren 130 neue und alte Themen aktiv (d. h. es gab zu ihnen neue Beiträge), und es wurden ca. 1.000 Beiträge gepostet. Selbst noch sehr junge, erst seit ca. Anfang Dezember aktive Themen erreichen mit bis zu 2.600 Lesezugriffen und über 50 Beiträgen (posts) gute Zahlen.


 

Keine Chance: Me-too-Foren, mit teilweise identischen Namen

Das gilt in gewissem Umfang auch für die erst jüngst erfolgte "Ausgründung" dasweinforum.de, wo einige der Vielschreiber aus talk-about-wine.de eine neue Heimat gefunden zu haben scheinen. Insgesamt 5.750 Beiträge (sic!) zu 352 Themen wurden in der kurzen Zeit seit der Gründung bereits gepostet, wobei die jüngsten Themen mit bis zu 1.700 Lesezugriffen und maximal 61 Beiträgen pro Thema allerdings zumindest leseseitig nicht ganz das Niveau derer von talk-about-wine.de erreichen.

Deutlich schwächer (einmal abgesehen von der chaotischen Darstellungsweise) sieht es dagegen inzwischen beim einstigen Platzhirschen wein-plus.de aus. Hier gab es nur noch 10 neuere Themenstränge (wenn ich sie in dem Chaos richtig gezählt habe), wobei man hier offenbar versucht, ein deutlich aktiveres Forum zu suggerieren, indem man alle News und alle Beiträge zu anderen Bereichen des Sites, auch als Forumsthemen bzw. -beiträge aufscheinen lässt. Gepostet wurden im letzten Monat nach Auskunft eines Forumsmitglieds nur noch ca. 100 Beiträge.

Totgeburten

10 neue Themenstränge hat auch weinforum.org in der letzten Zeit neu eröffnet, während bei weinfreaks.de das letzte Thema der Rubrik "Aktuelle Nachrichten" am 28. August eröffnet, der letzte Beitrag im November gepostet wurde. Genauso tot scheint das Forum von weinforum.info, wo uns auch ein Klick auf Themengruppen wie beispielsweise "Weißweine", in der angeblich 83 Themen diskutiert und 133 Beiträge gepostet wurden, nur auf eine leere Seite führte. Auch die Gesamtzahl von 540 Themen mit nur 865 Beiträgen, also einer Quote von 1,6 posts/thread, pricht nicht eben für ein gesteigertes Publikumsinteresse.

Summa summarum muss man sagen, dass es trotz der Vervielfältigung der Foren in den letzten Jahren auch heute nur eines und zwei halbe mehr oder weniger aktive Foren gibt. Vor allem wein-plus.de scheint gegenüber dem Anfangselan deutlich zurückgefallen zu sein - für eine Internetpräsenz, die in ihrer Selbstdarstellung immer noch stark auf ihr Forum abhebt, eigentlich ein sehr bedenkliches Zeichen. Gegenüber dem aber, was derzeit auf Facebook, Twitter oder auch Xing über Wein diskutiert wird, ist das, was alle diese Foren bieten, nicht einmal mehr der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Da wird der Nachteil der vielen parallel exitierenden Foren - letzten Endes eine Zersplitterung - vollends deutlich.

"Schuld" daran ist wohl vor allem die Tatsache, dass die meisten Foren von einem sehr überschaubaren Kreis von Diskutanten dominiert werden, aus dem sich immer auch neu gegründete Foren "bedienen" mussten, und die noch dazu fast identische Themen aufgreifen. Viele Themenstränge tauchen in fast wortidentischer Formulierung gleich bei mehreren der Foren auf. Hinzu kommt eine gewisse Lagermentalität, die es Außenstehenden schwer macht, Zugang zu finden. Neue Forumsmitglieder, die ein Thema eröffnen wollen, werden gerne auch mal angemault, dieses habe man "doch schon im thread xyz vom 27. Februar 2006" diskutiert und sie sollten ihre Beträge gefälligst dort unterbringen. Ganz so als müsse man von jedem, der Fragen stellen oder seine Meinung kundtun will, erwarten dürfen, dass er sich ständig durch die Gesamtheit der bisher geschriebenen Beiträge wühlt, um nur ja nicht aus Versehen ein Thema zum zweiten Mal aufzugreifen.

Social Media übernehmen

Gerade ihre deutlich größere "Offenheit" hat wahrscheinlich dafür gesorgt, dass zunächst Twitter und später vor allem Facebook unvergleichlich populärer wurden und deutlich mehr Erfolg über den engen Zirkel der Forumsdiskutanten hinaus hatten. Wer heute bei Facebook über Wein postet, kann sicher sein, dass seine Beiträge über den Mechanismus der tief verschachtelten "Freundschaften" und "Empfehlungen" auch in Kreisen gelesen wird, die sich nie für ein Weinforum interessieren oder gar anmelden würden. Auch Neulinge können schnell in Diskussionen einsteigen, da meist zwar intensiv, aber nur über eine kurze Zeitspanne diskutiert wird - im Unterschied zu den Foren, bei denen oft auch viele Jahre alte Themenstränge immer mal wieder mit neuen Beiträgen "belebt" werden, was nicht unbedingt zur Überschaubarkeit des Ganzen beiträgt. Den gleichen Vorteil genießen auch Diskussionen, die via Kommentarfunktion auf den zahlreichen Weinblogs stattfinden, die es im deutschsprachigen Raum inzwischen gibt.

Ein weiterer Grund für die Stagnation der Weinforen liegt wohl auch in der Tatsache, dass softwareseitig schon seit geraumer Zeit keine wirkliche Entwicklung und Innovation mehr erkennbar sind. Sicher, die Oberflächen sind etwas attraktiver geworden, die eine oder andere Funktionalität ist hinzugekommen. Aber in der Substanz sind die Foren fast immer noch so aufgebaut wie vor einem Dutzend Jahren, als wir - vergeblich (s. o.) - versuchten, mithilfe von FrontPage auf ENO WorldWine ein Diskussionsforum zu starten.

So muss es nicht verwundern, wenn sich selbst das Forums-Urgestein Mario Scheuermann heute gar nicht mehr sicher ist, ob den Weinforen noch die Zukunft gehört. Er selbst kommuniziert deshalb inzwischen auch weitaus aktiver auf seinen Social-Media-Plattformen Facebook, Twitter oder Posterous.

Nachtrag: forum.weinlakai.de hatte ich ausgeblendet, da das Forum mir trotz des großen Medienhauses im Hintergrund zu sehr als eine kleine Privatveranstaltung vorkam. Der Vollständigkeit halber sei es aber zumindest erwähnt. Bei weinfreaks.de hatte ich nur die Rubrik "Aktuelle Nachrichten" berücksichtigt, dabei waren mir einige aktuellere Themen und Posts in anderen Bereichen entgangen. Sorry! Auch bei etwas genauerer Suche in den anderen Bereichen habe jetzt aber mit einer Ausnahme nur Themen aus dem November gefunden.

Gegendarstellung von Werner Elflein, Betreiber des Forum weinfreaks.de: "Seit dem 28. August 2010 bis heute (21. Januar 2011, 7:30 Uhr) wurden im Forum von weinfreaks.de insgesamt 1273 neue Beiträge gepostet. In dieser Zeit entstanden 51 neue Themenstränge (Threads). Eine Rubrik »Aktuelle Nachrichten« existiert nicht. Unter »Aktuelle Nachrichten aus der Weinwelt« erscheinen ausschließlich redaktionelle Beiträge, die naturgemäß nicht die Beteiligung der Forumsteilnehmer widerspiegeln."

Nachbemerkung der Redaktion: Nach geltendem Presserecht sind wir zum Abdruck dieser Gegendarstellung verpflichtet, ungeachtet der Tatsache, ob die in ihr aufgestellten Gegenbehauptungen richtig oder falsch sind. Wir halten jedoch fest, dass der von Herrn Elflein benannte Zeitrahmen (28. August 2010 bis 21. Januar 2011) gar nicht Gegenstand unserer Berichterstattung vom 10. Januar 2011 war und auch nicht gewesen sein kann. Die Redaktion von ENO WorldWine
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Moin, moin, ein wirklich

Moin, moin,

ein wirklich interessanter Artikel, der das aufgreift, was ich mir auch so manches mal gedacht habe, nur deutlich tiefer. Als schon langjähriger Foruminaner in diversen - nicht allen hier aufgeführten - Weinforen habe ich die Entwicklung teils mit großem Bedauern festgestellt, mehr Foren führen nicht zu mehr Wohlgefühl.

Die neuen Kommunikationsmedien sind (immer noch) nicht meine, da fehlt mir der Ruck zum Einstieg.

Die Daten zu den weinfreaks bitte ich noch einmal zu prüfen, so wenig ist da nun beileibe nicht los.

Schöne Grüße

Wolfgang

Treffende Analyse. Nun, auch

Treffende Analyse.
Nun, auch der neueste Streich "Das Weinforum" zeigt deutlich, je mehr sich das eh schon kleine Potenzial an Forumsnutzern auf viele Portale ausdehnt, umso mehr inhaltlich quantitatives Potenzial schwindet und verteilt sich bis zur Auflösung, leider. Das ist keine Kritik, denn jeder hat das Recht so ein Diskussionsforum zu eröffnen, es ist aber ein Fakt!
Einen Punkt möchte ich nochmal aufrufen. Ich diskutiere ausschließlich nur noch auf Facebook und den jeweiligen Blogs.
Es gibt aber einen ganz klaren Nachteil bei Facebook. Interessante, spannende und teilweise fundierte Diskussionen verschwinden nach einiger Zeit im Nirvana und sind nicht mehr abrufbar. Hier sehe ich einen deutlichen Nachteil! Mal schnell etwas recherchieren ist nicht mehr möglich.
Die Diskussionen bleiben aktuell und kurzweilig.
Bei Blogs ist die Langlebigkeit gegeben.
Foren sind ein Relikt der Web 1.0 Zeit und werden sterben.
Twitter ist schon tot, es hat nur noch keiner gemerkt.
Ich nutze es als Chattool mit Weinfreunden und um neue Blogartikel auf der La Gazzetta del Vino anzupreisen.
Der lang ersehnte Wunsch nach einem großen Portal für alle, wird ein marxistsicher Wunsch entgegen der Profilneurose aller bleiben...

@Wolfgang Danke für den

@Wolfgang Danke für den Hinweis, ich habe das korrigiert und noch einmal genauer nachgeschaut. S. die Nachträge!

@ Direttore Habe das

@ Direttore Habe das "Verschwinden" älterer Beiträge bei Facebook gestern mit Mario Scheuermann diskutiert und dabei festgestellt, dass ich meine eigenen Beiträge mehr als ein Jahr zurück aufrufen konnte - und das war noch nicht das Ende. Ich glaube also nicht, dass etwas verschwindet, aber richtig ist, dass man es kaum finden kann, weil es keine gescheite Suchfunktion gibt, und weil Google die älteren Beiträge offensichtlich nicht im Archiv hat.

Das meinte ich damit.

Das meinte ich damit. Natürlich kann ich durch ewiges gescrolle oder der Facebook Maske ziemlich umständlich ältere Diskussionsthreads aufrufen. Dennoch eigentlich bleiben sie verschwunden, da 1. Facebook ab einer gewissen Dynamik nicht mehr per Mail informiert über neue Beiträge Dritter 2. die Suchmaschinen, wie von Ihnen gennant, kaum noch exakte Threads speichern und 3. Es bei der Vielfalt der Diskussionen ohne Inhaltsverzeichnis oder direkte Links es kaum Möglichkeiten zur Wiederfindung gibt.
Deswegen bleiben die Diskussionen eher tagesaktuell.
Xing bleibt unterschätzt. Ich plädiere erneut das Forum "Alles über Wein" mit 16000 Nutzern zu fokusieren. Allein schon die Newsletter erreichen jeden ohne, dass er die Gruppenmaske öffnen muss.
Ich lade die Weinungsbildner ein hier moderativ mitzuwirken.

Ich selbst habe über

Ich selbst habe über talk-about-wine meinen Spaß an einer Internetkommunikation über Wein gefunden. Das ältere wein+ kannte ich zwar, konnte mich aber wegen der altertümlichen Struktur nie mit dem Forum anfreunden.
Wie du schon angeführt hast Eckhard, gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Weinforen. Das macht es dem interessierten Weinfreund nicht gerade leichter.
Dazu kommen noch unzählige xing-Weinforen. Zwar haben diese teilweise eine enorme Mitgliederzahl, vermitteln dafür aber meist wenig Inhalt kombiniert mit fürchterlich eingeschränkten Möglichkeiten.

Der große Konkurrent zu Weinforen ist mittlerweile facebook, was zugegebenermaßen durch die Möglichkeit leicht Bilder einzufügen und auch Nicht-Weinverrückte mit ins Boot einer Diskussion zu ziehen, recht viel Spaß macht.
Leider sind facebook-Diskussionen ungeordnet und für ein normal trainiertes Gehirn nach kurzer Zeit, da über unzählige Profile verstreut, nicht mehr wirklich auffindbar.
Ähnlich verhält es sich für mich mit blogs. Diese bieten zwar viele Informationen, die aber weit verstreut sind und erst einmal gefunden werden müssen.

Twitter empfinde ich als Kinderkram und ist für mich nie ein Thema gewesen.

Und nun zu den Vorteilen eines modernen Weinforums wie konkret dasweinforum.de. Das sind für mich klar die Qualitätsinhalte, die sozialen Kontakte, der Spaßfaktor, die Übersichtlichkeit und die modernen Funktionen. Außerdem kann natürlich zu blogs, facebook oder in anderen Foren verlinkt werden.

Die Antwort auf deine Ausgangsfrage: Natürlich und ich habe sie gefunden, die eierlegende Wollmilchsau! ;-)

Schönen guten Abend, Herr

Schönen guten Abend, Herr Supp,

in der Vergangenheit habe ich Ihre Beiträge immer sehr geschätzt, auch wenn ich inhaltlich nicht immer einer Meinung mit Ihnen bin. Sie lagen in aller Regel deutlich über dem Niveau, das ich ansonsten von Veröffentlichungen aus der Hansestadt Hamburg gewohnt bin.

Wenigstens schreiben Sie - und das halte ich Ihnen noch zugute - hier von einem "Versuch einer Bestandsaufnahme". Dieser Versuch ist Ihnen jedoch gründlichst misslungen. Vielleicht hätten Sie für Ihre Recherche ja einmal bei den Forenbetreibern nachfragen, auf jeden Fall jedoch richtig hinsehen sollen, bevor sie falsche Nachrichten verbreiten, die geschäftsschädigenden Charakter aufweisen. Es sollte Ihnen klar sein, dass sich auch ein unabhängiges Weinforum wie das von weinfreaks.de unter anderem aus Werbeeinnahmen finanziert, und dass Ihre Darstellung (Stichwort: "Totgeburt") hier schon mehr als nur grenzwertig ist.

Die von Ihnen genannte Rubrik "Aktuelle Nachrichten" bei forum.weinfreaks.de (so lautet die korrekte Bezeichnung des Forums) heißt eigentlich "Aktuelle Nachrichten aus der Weinwelt" und ist noch nicht einmal Teil der eigentlichen Diskussionsforenlandschaft, sondern lediglich (technisch bedingt) der Ablageort für (redaktionelle) Beiträge, die auf der Portalseite erscheinen. Dies ist übrigens leicht sichtbar, denn unmittelbar darunter steht "Die hier veröffentlichen Nachrichten erscheinen im Portal. Die Antwortfunktion ist daher für dieses Forum deaktiviert." (Nicht gerade das, was unter einem klassichen Board zu verstehen ist, oder?)

Die Zahl der Beiträge, die täglich gepostet werden, ist zweifellos kein Qualitätskriterium. weinfreaks.de unter den "Totgeburten" zu subsummieren, ist daher nichts als eine Unverschämtheit.

Die Zahl der geposteten Beiträge war bei weinfreaks.de in den vergangenen Wochen und Monaten wieder steigend, monatlich besuchen zwischen 30000 und 40000 Leser das Forum, auch hier zuletzt wieder steigende Tendenz. Last but not least werden Sie in keinem anderen deutschsprachigen Forum qualifiziertere Informationen speziell über den deutschen Wein finden.

Qualität war noch nie massentauglich und ist es insbesondere beim Wein erst recht nicht. Insofern ist es uns in den vergangenen vier Jahren gelungen, erfolgreich eine Nische zu besetzen. Das kritiklose, mainstreamkompatible Herunterfeiern von Parker- oder Schildknecht-Bewertungen, wie in einigen Foren leider üblich geworden, werden Sie bei weinfreaks.de nicht finden. Hier unterscheiden sich (Gott sei dank) die Zielgruppen der Foren deutlich voneinander.

Kurz noch zu den Social Media. Twitter und Facebook sehe ich nur bedingt als "Konkurrenz" zum klassischen Board. Problem bei Twitter: 140 Zeichen pro Mitteilung lassen nicht wirklich Diskussionen zu. Problem von Facebook: die Informationsbündelung.

Mit freundlichem Gruß
Werner Elflein

Direttore, der Satz "Foren

Direttore,

der Satz "Foren sind ein Relikt der Web-1.0-Zeit" widerspricht bereits der Definition von Web 1.0/2.0.

Web 1.0 bezeichnet das nicht-interaktive Netz, Web 2.0 das interaktive. Foren sind somit per Definition Bestandteil des Web 2.0. Vielleicht nicht so zeitgeistkonform wie Facebook oder Twitter - aber glaube mir, auch deren Totenglocke wird eines Tages läuten. Bei Foren wäre ich mir hingegen nicht so sicher.

Viele Grüße
Werner Elflein

Vielleicht wird ein wenig

Vielleicht wird ein wenig deutlicher, wie sehr die Forenlandschaft im Umbruch ist, wenn man sich die 30 auf TAW aktivsten Schreiber ansieht und deren Schreibverhalten seit Dezember 2010.

Klar Nr. 1 ist und bleibt der Betreiber von TAW – unangefochten und nun endlich nach langer Pause wieder um viele, auch inhaltlich gute Posts auf TAW bemüht.

Nr. 2, 3, 4 und 21 sind die Betreiber des neuen Forums „dasweinforum.de“, kaum noch oder gar nicht mehr aktiv auf TAW (im neuen Jahr noch nicht wieder bei TAW geschrieben)

15 weitere der Top 30-Schreiber bei TAW gehören den 39 Gründungsmitgliedern von „dasweinforum.de“ an, drei davon schrieben gelegentlich auch seit dem 01.01.2011 weiterhin auf TAW

6 weitere sind bei „dasweinforum.de“ Mitglied, davon schreiben 2 auch weiterhin auf beiden Foren und einer davon schreibt hauptsächlich auf TAW,

2 weitere der Top 30-TAW Schreiber sind weder hier noch dort gegenwärtig aktiv,

2 weitere der Top 30 –TAW Schreiber sind nach wie vor, allerdings mit nur wenigen Beiträgen ausschließlich auf TAW aktiv.

Unterm Strich:

Von den Top 30 TAW Schreibern sind 25 inzwischen bei „dasweinforum.de“ aktiv (davon postet 1 noch häufig auf TAW und 5 gelegentlich),

2 nirgendwo bei den beiden Foren und

3 ausschließlich auf TAW.

Man könnte diese Betrachtung je nach Belieben auch auf die 50, 100 oder gar 200 aktivsten Schreiber bei TAW fortsetzen, desto deutlicher wird der Trend

Klar ist, dass ein Forum, welches noch keine 3 Monate aktiv ist, nicht die Masse an Content angesammelt haben kann, wie eines, welches jahrelang durch sehr viele gute Schreiber inhaltlich „gefüttert“ wurde. Was aber, wenn das Gros dieser dort wegbricht und sich woanders eine neue Heimat aufbaut und sogar vielen „alten TAW-Vielschreibern“ wieder Heimat wird, die bereits seit langem auf TAW nicht mehr zu Hause waren?

Foren sind nicht tot – zumindest eines ist sehr, sehr lebendig. Das kann man gut finden oder nicht, aber man muss es zur Kenntnis nehmen, dass die Dinge nun mal so liegen wie sie sind.

Sonst ergeht es einem wie einst Erich H., der sich ebenfalls am 07.10.1989 noch mit Pomp und Getöse als den größten aller Helden feiern ließ… Wie diese Geschichte weiterging, wissen wir alle.

Werner, beim letzten Satz bin

Werner,

beim letzten Satz bin ich, was Twitter angeht, bei dir.
Twitter ist schon tot! Es hat keinen Mehrwert mehr.
Ich beschränke meine Sicht auf die Weincommunity.
Das Einzige, was noch funktioniert, ist eben die Anpreisung neuer Blogartikel.
Hier gibt es noch ganz gute Zugriffszahlen.
Die Twitter Wein Verkostung ist zeitweise eine weinaffine Beschäftigung, jedoch mit ein dutzend Teilnehmern vielleicht noch...
Die Totenglocken läuten längst...
Übrigens Werner, ich hab nichts gegen die Foren und finde sie auch nicht unzeitgemäß, jedoch hat die Realität gezeigt, dass durch die Splittung, Verteilung, Eröffnung neuer Foren, sie sich selbst in eine Art Belanglosigkeit zwängen, weil das kleine Potenzial von Schreibern nun auf 10 Portale verteilt ist...

Liebe Mitdiskutanten, es ist

Liebe Mitdiskutanten,

es ist mir im Eifer des Gefechts gestern selbst erst nicht aufgefallen, dafür aber jetzt noch einmal umso ausdrücklicher der Hinweis. Wir akzeptieren in Zukunft nur noch Beiträge unter voller Namensnennung, mit Vornamen, Kürzeln oder Pseudonymen gezeichnete Posts werden in Zukunft nicht mehr freigeschaltet.

Dass die Betreiber von Foren

Dass die Betreiber von Foren sich hier vehement in der Richtung äußern, die Foren seien noch sehr aktiv und durchaus zukunftsfähig, ihr eigenes sei dabei sogar das kompetenteste und beste und schönste, muss ja nun wirklich nicht allzu sehr erstaunen.

Die ausführliche Beweisführung bezüglich der Vielschreiber von Talk-about-wine, die jetzt wohl mehrheitlich für dasweinforum.de schreiben, bestätigt dabei nur meinen Standpunkt, dass die Foren im Grunde eine Angelegenheit eines sehr begrenzten Zirkels sind, wie immer der sich auch gerade aufstellt und organisiert.

Dabei habe ich ja meine Beobachtung gerade nicht (!) auf die enorme Masse von Themen und Beiträgen gestützt, die talk-about-wine in den letzten Jahren akkumuliert hat, sondern explizit auf die Beobachtung der letzten ein-eineinhalb Monate. Und da, mit Verlaub gesagt, beißt sich die lange und ausführliche Argumentationskette von "thwins" (wer auch immer sich hinter diesem Kürzel verstecken mag, muss wohl seine Gründe dafür haben), in den Schwanz. Wenn es wahr ist, dass die aktivsten Schreiber von talk-about-wine jetzt bei dasweinforum.de sind, dann ist es eigentlich ein Armutszeugnis, dass talk-about-wine immer noch (!), d. h. auch im Zeitraum nach der Abspaltung, mehr Aktivität (Themen/Beiträge) zeigt.

Werner Elflein sei hier nur gesagt, dass sein Verständnis von Web 1.0/2.0 historisch nicht ganz richtig ist. Bereits die 2. Version von FrontPage, die wir ab Ende der 1990er-Jahre (und damals gab es noch nicht einmal einen Schimmer von Web 2.0) nutzten, enthielt bereits das Modul für ein Diskussionforum. Und bereits damals gab es nicht nur solche Foren, sondern auch Chatrooms.

Und noch eine Bemerkung zu Twitter, das ja im angelsächsischen Raum in Weinkreisen immer noch mehr genutzt zu werden scheint als bei uns. Twitter ist in meinen Augen ein rein (professionelles) Kommunikations-Tool, das sich schon wegen seiner Unübersichtlichkeit sehr viel mehr zur One-to-many-Kommunikation als zur Many-to-many-Diskussion eignet. Da haben Facebook oder Xing eindeutige Vorteile. Und letztlich, diese Diskussion beweist es, schieben ja auch die Blogs immer mal wieder Many-to-many-Diskussionen an.

Schönen guten Tag, Herr

Schönen guten Tag, Herr Supp,

einmal davon abgesehen, dass ich noch immer auf die fällige Korrektur Ihres Artikels warte, möchte ich anmerken, dass ich die Kategorisierung Web 1.0/2.0 gar nicht historisch sehe, auch wenn dies durch die "Pseudo-Versionierung" vielleicht nahe gelegt wird (was allerdings nicht ganz glücklich ist). Faktisch laufen beide "Webs" nebeneinander her. Ist ein Blogartikel (mit/ohne Kommentare) jetzt Web 1.0 oder Web 2.0?

Es geht doch gar nicht darum, das eigene Forum als das beste oder schönste oder was auch immer darzustellen. Ich selbst habe ja ausdrücklich auf den Nischencharakter hingewiesen.

Mit freundlichem Gruß
Werner Elflein

Hallo Herr Supp, nach ihrem

Hallo Herr Supp,

nach ihrem jetzigen Kommentar kann ich sogar die Verärgerung eines Werner Elflein verstehen, die in seinem Kommentar hinsichtlich schlechter oder mangelnder Recherche mitschwingt.

Dass die breite Basis der ehemaligen aktiven Schreiber von TAW seit der Neugründung weg ist, und auch, wo wirklich aktuell mehr geschieht (neue Themen, neue Postings in bestehenden Themen, Neue aktive - Mitglieder etc) sieht man sofort, wenn man eine Zeitlang beide Foren parallel beobachtet. Während bei TAW wenige in wenigen Themen schreiben und mitunter selbst über 6 Stunden nichts passiert, kann man sehen, wie viele aktive Themen neu fortgeführt werden, wenn man nur mal ein oder zwei Stunden bei dasweinforum nicht reinschaut.

Ich frage mich, womit sie belegen wollen, dass auf TAW seit dem 6. Dezember mehr geschrieben wurde als auf dasweinforum. Das "Armutszeugnis" muss ich leider zurückgeben, denn die im Kommentar getroffene Aussage entbehrt jeglicher Realität.

Das einzige, was TAW mehr haben dürfte, ist mehr Leserzugriffe, das ist auch ganz klar, denn aufgrund der Vielzahl der dort angesprochenen Themen, für deren Zustandekommen jene jetzt nicht oder kaum mehr dort Schreibenden über Jahre massgeblich waren, diese Plattform wird noch lange schneller durch Suchmaschinen gefunden werden, das liegt in der Natur der Sache.

Beobachten Sie das Geschehen gründlich und mit Interesse, dann gelingt vielleicht auch ein Artikel, bei dem es nicht bei einem Versuch einer Bestandsaufnahme bleibt.

Im übrigen wirkt es auch komisch, wie sie auf meinen Kommentar eingehen. Einen Thwins kenne ich auch nicht, der hat Ihnen auch nicht geschrieben und da ist auch kein Tippfehler hinter. Ich habe mich auch vergewissert, dass ich Ihren Namen richtig geschrieben habe. Zumal wir uns nicht persönlich kennen. Im Übrigen habe ich mein Kürzel verwendet, mit dem ich seit Jahren in den Internetforen vielleicht bekannter bin als mit meinem kompletten Namen, aber auch den hätten sie sofort erfahren, wenn sie auf die angegeben Link geschaut hätten. Oder auch TAW oder dasweinforum inhaltlich verfolgt hätten.

Ich gehöre auch zu denjenigen, die jahrelang auf TAW anerkennungslos von Seiten des Betreibers ehrenamtlich die Arbeit machten. Und zu denen, die irgendwann ihre Gründe für den Neustart eines neuen Forums hatten.

Ich gehöre auch zu denjenigen, die die Arbeit des TAW-Forenbetreibers anerkennen und schätzen, aber auch zu denjenigen, die sein zeitweilig sehr starkes Desinteresse an TAW, welches zu der jetzigen Situation geführt hat, bedauern.

Aber ich gehöre auch zu denjenigen, die beiden Foren parallel eine Zukunftschance einräumen.

Und zu denjenigen, die sich von Ihnen eine objektivere und fundiert recherchiertere Berichterstattung wünschen.

Freundliche Grüße

Torsten Hammer (thvins)

Tja, wie schön, das man durch

Tja, wie schön, das man durch Löschen von Beiträgen eine Diskussion in eine gewünschte Richtung lenken kann. Ich finde das ist Diktatur 2.0.
Damit führt der Blogger seine Anregung ad absurdum und wertet sich selbst ab! Wie muss man drauf sein *lol*

Wer macht das Licht aus???

Sorry, aber hier wurden keine

Sorry, aber hier wurden keine Beiträge gelöscht, sondern einer wurde nicht freigeschaltet. Wie überall, gibt es auch hier Regeln (s. o.). Und unsere Regel lautet eben, dass nicht richtig namentlich gezeichnete Beiträge nicht (mehr) freigeschaltet werden. Wenn ich das bei früheren Kommentaren zu diesem Thema aus Versehen durchgehen ließ, heißt das nicht, dass die Regel aufgehoben ist. Unkorrekt hätte ich es allenfalls gefunden, wenn ich einmal (versehentlich) freigeschaltete Beiträge wieder gelöscht hätte.

Herr Supp Ihr "Versuch" einer

Herr Supp

Ihr "Versuch" einer Bestandsaufnahme zeigt exemplarisch das Problem des deutschen Weinjournalismus:
- schlecht recherchiert
- in weiten Teilen irrelevant
- und am Ende bleibt ein "Geschmäckle" dass bewußt Meinungsmache für einen Freund/Bekannten/Auftraggeber gemacht werde sollte.

Darin liegt auch zu einem großen Teil begründet warum der deutsche Weinjournalismus wirtschaftlich unerfolgreich ist. Bei obigem Eindruck ist niemand bereit Geld zu zahlen.

Ich finde das sehr schade.

Mit freundlichem und vinopilem Gruss
Armin Maurer
P.S. Dass in einem webbasierten Medium, die Schreibweise "www.gutsweine.com" als nicht korrekt geschrieben moniert wird, macht den Eindruck hier nicht besser.

Immer noch ein sehr

Immer noch ein sehr interessanter Artikel

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