WorldWine Blog

15. Januar 2012

Quintarelli - Ein Großer sagt Ciao!

von Eckhard Supp - Italiens Weinwelt trauert um Giuseppe Quintarelli, den Doyen und Großmeister des Valpolicella-Gebiets bei Verona (Venetien), der heute im Alter von knapp 85 Jahren verstarb. Das jedenfalls lese ich gerade im Blog des italienischen Weinjournalisten Franco Ziliani. "Bepi", wie ihn seine Freunde nannten, war nicht nur als legendärer Erzeuger von Valpolicella und Amarone, sondern auch als Mensch Vorbild für viele. Ich selbst habe Quintarelli schon Ende der 1980er-Jahre kennengelernt, als ich die Weine der Provinz Verona für den italienischen Weinführer Gambero Rosso verkostete, und werde mich noch lange an meinen letzten Besuch vor ziemlich genau 10 Jahren erinnern.

Giuseppe Quintarelli, Negrar (Valpolicella)
Giuseppe Quintarelli †, auf der Terrasse seines Hauses hoch über Negrar. (Foto: E. Supp)

Quintarelli wurde eine Zeit lang wegen seines in den Augen vieler übertriebenen Traditionalismus kritisiert - so füllte er seine Weine noch lange von Hand aus großen "damigiane" auf Flasche -, aber hinter diesem Traditionalismus verbarg sich eine schier unglaubliche Kenntnis seiner Reben und seines Terroirs. Seine Reben, so kolportierte man, redete er Stock für Stock mit Namen an, und seine Weine waren - und sind? - die vielleicht einzigen der Region, die immer wirklich Terroircharakter zeigten und zeigen.

So lange ich sie verkosten durfte, bewertete ich Quintarellis Amarone-Jahrgänge - nur in den besten Jahren wurde überhaupt Amarone gefüllt - als Traumweine, und auch sein Alzero, ein Cabernet, der wie der Amarone aus angetrockneten Trauben gekeltert wurde, und sein Valpolicella Monte Ca' Paletta besaßen und besitzen schier unglaubliche Alterungsfähigkeit. Ciao Bepi!


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