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Antonini: Chianti-Classico-Produktion für die meisten unrentabel


(14.06.2013) -  

Nicht nachhaltig und nicht rentabel, jedenfalls für die meisten Weinerzeuger, ist das Geschäftsmodell des Chianti Classsico, meint einer der bekanntesten Önologen der Region. Alberto Antonini, der bereits für Frescobaldi und Antinori arbeitete und neben der Beratung zahlreicher Weingüter auch das Gut seiner Familie, Poggiotondo in Cerreto Guidi bewirtschaftet, äußerte sich kürzlich gegenüber Decanter.com in diesem Sinne. Unmissverständlich stellte er klar, dass es seiner Meinung nach nur 15 oder 20 sehr gute Betriebe gebe, die die hohen Produktionskosten - verursacht u. a. durch die komplexen, anspruchsvollen Vorschriften des Disziplinars - auch wieder einspielen könnten.

Italien, Toskana, Fattoria di Felsina (Foto: E. Supp)
Nicht alle Weingüter der Toskana bringen die Klasse der Weine von Fattoria di Felsina im Süden des Chianti Classico zustande und haben deshalb mit den hohen Produktionskosten zu kämpfen. (Foto: E. Supp)

Antonini legt in seinem Statement auch den Finger in die offene Wunde des kärglichen Preisniveaus, unter dem der Chianti Classico vor allem als Fasswein in den letzten Jahren litt. "Das meiste wird für Peanuts verkauft, während die Produktionskosten sehr hoch sind." So fordert das Disziplinar für den Classico mindestens 4.000 Stöcke pro Hektar, die bearbeitet werden wollen, bei einem erlaubten Höchstertrag von 75 dz Trauben, während im benachbarten Chianti "Putto" bei mindestens 4.000 Stöcken immerhin 90 dz gelesen werden dürfen. Antonini schätzt, dass deshalb auch die neue Top-Kategorie oberhalb der Riserva, die Gran Selezione (wir berichteten ...) nur für diese besten der besten eine lohnende und sinnvolle Perspektive bieten kann.

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Hohe Produktionskosten sind

Hohe Produktionskosten sind uberall ein grosses Problem, besonders mit Popularem Wein wie Chianti Classico.
Cheers,
J+C

So lange man ausreichend hohe

So lange man ausreichend hohe Preise für seine Weine erzielt, fällt das aber deutlich weniger ins Gewicht. Es ist alles nur eine Frage der Positionierung bzw. der Qualität, des Preises und des Images (alles zusammen = Marketing) und der jeweiligen Marktsituation (Überproduktion?), die aber wiederum in gewissem Ausmaß durch entsprechendes Marketing zu beeinflussen ist.

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