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Argentinien: Originelle Exportförderung


(15.11.2012) -  

Südamerika scheint mehr und mehr zum Experimentierfeld für innovationsfreudige (Wein)Vermarkter zu werden. Nachdem sich soeben erst Brasiliens Regierung in einem Deal mit den Supermärkten die Verdopplung des nationalen Weinkonsums zum Ziel setzte, berichtet jetzt Bloomberg's businessweek.com ausführlich von einer originellen Exportförderung der Argentinier, die bereits vor einigen Monaten zum ersten Mal durch die Presse ging. Vor allem, aber nicht nur, Automobilimporteure werden dabei vor den Exportkarren des Andenstaats gespannt.

Wie das funktioniert? Nun, eigentlich ganz einfach. Wer zum Beispiel ausländische Fahrzeuge auf dem argentinischen Markt verkaufen will, muss sich in Zukunft verpflichten, einheimische Waren im gleichen Wert zu exportieren. Das hat in den Reihen der argentinischen Importeure in den letzten Monaten zu hektischer Suche nach möglichen Exportartikeln geführt. Inzwischen sind die meisten von ihnen fündig geworden: Der Porsche-Importeur wird in Zukunft Oliven und Malbec-Rotweine exportieren, der BMW-Händler, in dessen Zollager sich zwischenzeitlich wegen der neuen Vorschriften 500 Wagen auf Halde stapelten, versucht es mit Reis, Subaro mit Hühnerfutter, Hyundai mit Sojamehl und Mitsubishi mit Erdnüssen. Ob das Ganze die Exporte wirklich ankurbelt oder ob nur ein Teil der Warenströme von den üblichen Exportkanälen abgezogen, und von neuen gemanaged werden wird, bleibt abzuwarten.

Kurzfristig scheint die Maßnahme jedenfalls schon einmal dazu geführt zu haben, dass die Auto-Importe um 7 % sanken und das argentinische Handelsdefizit zumindest zum Teil saniert werden konnte. Ob einige der bereits eingetretenen Konsequenzen, dass nämlich beispielsweise schon Modeboutiquen internationaler Marken wie Ralph Lauren, Louis Vuitton etc. in Buenos Aires schließen mussten, dabei wirklich erwünscht waren, darf auch bezweifelt werden.

Bestimmt nicht förderlich für die Entwicklung des Landes ist die Tatsache, dass von den neuen Import-(Export-)Bestimmungen auch Investitionsgüter betroffen sind, die offenbar bereits jetzt an allen Ecken und Enden fehlen, wenn man businessweek.com glauben darf.

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