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Australien: Gemischte Gefühle in China


(24.12.2012) -  

Australien blickt mit Stolz und Hoffnung auf seine Erfolge im chinesischen Markt - dem wohl einzigen, auf dem beide Gefühle noch einen reellen Hintergrund haben. Der kürzlich veröffentlichte Jahresbericht für die 12 Monate bis September 2012 zeigt, dass die Exporte ins Reich der Mitte um 16,3 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum gestiegen sind, die Erlöse sogar um 23,1 %. Nicht nur das, auch was den Durchschnittserlös pro Liter angeht, hat Australien den Konkurrenten Frankreich erstmals übertroffen, wie Wine Australia bekanntgab.


Westaustralien - die Heimat einiger der größten Weine des Landes. Hier herrscht nicht nur Euphorie, was den chinesischen Markt angeht. (Foto: E. Supp)

In nur wenig mehr als sieben Jahren haben die Australier damit ihre Erlöse auf dem chinesischen Markt von 21 auf über 200 Mio. AU$ gesteigert. Ob diese Entwicklung auch in Zukunft anhalten wird, gilt aber auch in Australien selbst als offene Frage. Neben der in China traditionell starken französischen Weinwirtschaft sind den Aussies nämlich auch mit Chile und Argentinien inzwischen aggressive Konkurrenten erwachsen. Selbst Spanien und Portugal, das mit Macao ein besonders privilegiertes Einfallstor ins Reich der Mitte besitzt, konnten Erfolge verbuchen, mit denen sie die neu errungene Position der Australier schon in absehbarer Zeit wieder gefährden könnten.

So muss es nicht verwundern, wenn sich in Australien abseits der offiziellen Euphorie auch skeptische Stimmen Gehör verschaffen. Wie die Website des australischen Senders ABC jetzt schreibt, verzeichnet man beispielsweise in Westaustralien, wo der Anteil der Premiumweine deutlich höher ist, als im Rest des Landes  - Westaustralien erzeugt nur 4 % der Gesamtmenge, aber 15 - 20 % des australischen Premiumweins - durchaus schon jetzt ein Sinken der Nachfrage nach den höherpreisigen Qualitäten. Kim Tyrer von Galafrey Wines, die von ABC befragt wurde, betont, dass es in Märkten wie China leicht sei, "einen Fuß in die Tür" zu bekommen, aber deutlich schwieriger, daraus ein kontinuierliches und konsistentes Geschäft zu entwickeln.

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