WorldWine News

Deutschland kauft billiger - Export stagniert


(27.02.2011) -  

Anders als beispielsweise in Österreich, den USA und Frankreich (s. die Artikel in dieser und der letzten Ausgabe der WorldWine News) hat die deutsche Weinbranche die jüngste Krise noch nicht überwunden. Nach den aktuellen Zahlen zum Weinkonsum, die das DWI kürzlich bekanntgab, sanken die Ausgaben der Deutschen für Wein 2010 insgesamt um 2,7 %.Da der Weinabsatz nur mit 0,7 % rückläufig war, bedeutet das einen spürbaren Wertverlust der gehandelten Weine. Besonders Wein aus deutschen Anbaugebieten litt unter dieser Entwicklung: Er verlor im Volumen 5 und im Ertrag 5,7 %, was bedeutet, dass ausländische Weine substanzielle Marktanteile gewinnen konnten. Das gilt vor allem für spanische Produkte, die 2010 zwei Prozentpunkte zulegen konnten, während Frankreich einen Prozentpunkt verlor und Italien stagnierte.

Auch im Export litten deutsche Weinerzeuger besonders stark unter der Krise (wir berichteten), wobei dies kein neues Phänomen ist, da die deutschen Exportmengen schon seit 1997 stagnieren, wie aus einer Tabelle hervorgeht, die der Verband Deutscher Weinexporteure auf seiner Website abbildet. Es könnte sich jetzt, zum Beginn der Erholungsphase des Weltweinhandels, rächen, dass der deutsche Weinbau immer noch kein wirklich schlagkräftiges, krisentüchtiges Marketing besitzt. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass - wie die niederländische Rabobank in ihrem jüngsten Quartalsbericht schreibt - fast alle Weinlieferländer 2010 deutlich bessere Exportzahlen als 2009 schrieben. In Deutschland war das genau umgekehrt.


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