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Frankreich verliert in China


(08.08.2013) -  

Während Chinas Weinimport auch zu Beginn des laufenden Jahres (Januar-Mai) wertmäßig weiter gewachsen ist - mit 10,6 % Zuwachs gegenüber der Vorjahresperiode allerdings langsamer als in vergangenen Jahren -, hat Frankreich einen ernsthaften Rückschlag seiner Exporte ins Reich der Mitte hinnehmen müssen. Wie www.chinadaily.com.cn schreibt, wurden 2012 für insgesamt 660 Mio. US $ importiert, Frankreich lieferte davon nur noch 46,4 %. Das ist zwar immer noch mit weitem Abstand die Marktführerschaft, aber während die Grande Nation damit gegenüber dem Vorjahr 9,3 % verlor, holten die Konkurrenten, allen voran Spanien, Italien, die USA oder Australien mit Wachstumsraten von 30 % und mehr rapide auf.


Franschhoek und seine Weinbergen: Das neue Ziel chinesischer Investoren nach Bordeaux? (Foto: E. Supp)

Während Europas Weinbaunationen noch zittern, ob die jetzt endlich angekündigten Verhandlungen über Rachezölle, mit denen China hiesige Weine aus Verärgerung über europäische Strafzölle auf Sonnenkollektoren belegen wollte, zu einem für sie positiven Ergebnis führen, genießen Weinbaunationrn wie Chile oder Neuseeland den Vorteil von bilateralen Freihandelsabkommen mit China. Sollte China solche Zölle beschließen, würden sich diese zu den ohnehin schon heftigen Einfuhrsteuern addieren, die aktuell bei 48 % des Warenwerts liegen.

Die Chinesen selbst haben jetzt damit begonnen, nach den französischen Prestigeregionen Bordeaux und Burgund auch andere Weinbaugebiete bzw. -nationen bei ihren Investitionsplanungen ins Visier zu nehmen. So hat einer der größten Player auf dem chinesischen Weinmarkt, Perfect China, erst vor wenigen Tagen eine größere Investition in Südafrika getätigt, wo man das 25 ha große Weingut Val de Vie aufkaufte.

Chinas Handels- und Industrieministerium kündigte für die zweite Jahreshälfte eine Delegationsreise ans Kap an, in deren Verlauf man etwa 5 Mrd. Rand (500 Mio. EUR) in verschiedene Projekte investieren wolle, wie business.iafrica.com berichtet. Damit könnte China auch in den Kreis der wichtigsten Importeure südafrikanischer Weine aufsteigen - derzeit nimmt das Reich der Mitte nur 3 % der Exportmengen vom Kap ab.

Was die chinesischen Investitionen in Weingüter betrifft, so gingen vor wenigen Tagen sowohl die französischen als auch ddie chinesischen Behörden in die Öffentlichkeit, wie decanter.com berichtete. Das französische Finanzministerium warnte davor, bei den Investitionen könne es sich um Geldwäsche mit kriminellem Hintergrund handeln, eine Befürchtung, die offenbar durch Äußerungen des Chefs der chinesischen Zentralbank gedeckt ist. Der hatte im Mai beschätzt, dass China aktuell fast 4 Billionen US $ aus kriminellen Quellen zwecks Geldwäsche ins Ausland verliert.

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