WorldWine News

Georgien hofft auf Ende des russischen Embargos


(07.11.2012) -  

Die erst vor wenigen Wochen gewählte, neue georgische Regierung hofft, dass mit einer Entspannung in den politischen Beziehungen zum Nachbarn Russland auch die Weinindustrie des Landes wieder Zugang zu dessen wichtigen Weinmärkten bekommt. Russland, das früher etwa 80 % der georgischen Produktion abgenommen hatte, blockierte seinen Markt vor etwa sechs Jahren unter dem Vorwand, die Weine seien gepanscht. Tatsache ist, dass der Großteil dessen, was seinerzeit aus Georgien nach Norden exportiert wurde, von eher bescheidener Qualität war, Tatsache ist aber auch, dass der wirkliche Grund in den erst kürzlich bis zu kriegerischen Auseinandersetzungen degenerierten Beziehungen zwischen den beiden Staaten lag.


Kachetien, hier das Kloster Alaverdi bei Telavi, ist Georgiens wichtigste Weinbauregion. (Foto: E. Supp)

Einiges hat sich in Georgien seit dem Embargo allerdings getan: Wie wir auch auf ENO WorldWine vielfach berichtet haben, entstand in dieser Zeit ein regelrechtes Premium-Weinsegment und auch die Basisqualitäten haben sich deutlich verbessert.

Im Marketing hat Georgien versucht, sich als "Wiege des Weinbaus" zu profilieren und dieses Markenbild auch bei der EU schützen lassen können. Dies, obwohl auf einem Kongress im georgischen Kloster Alaverdi - wir berichteten - von praktisch sämtlichen Referenten betont wurde, dass Georgien tatsächlich NICHT die Wiege des Weltweinbaus ist, wenngleich festzustehen scheint, dass das Land eine zentrale Relaisstation bei der Ausbreitung der Kulturrebe nach Europa war.

Ein mindestens ebenso großes Recht, sich als Wiege des Weinbaus zu betrachten, hätte beispielsweise auch Georgiens südlicher Nachbar Armenien - mit demselben Vorbehalt, denn die tatsächliche Wiege des Weinbaus lag wohl eher im Gebiet zwischen der südöstlichen Türkei und dem nördlichen Iran -, aber dennoch sieht man diesen Marketing-Zug der Georgier dort recht gelassen. Wir haben, so der Chef der größten armenischen Kellerei, schlicht nicht genug Wein, den wir nach Europa exportieren könnten, um uns über diese Monopolisierung des "Wiege"labels durch die Georgier Sorgen machen zu müssen.

Sie können unsere Arbeit durch eine Spende unterstützen.

Lesen Sie auch:
Georgien - Nicht nur Amphoren
Nein, Georgien ist nicht die Wiege des Weinbaus ...
Georgien und Bulgarien exportieren mehr
Armenien: Älteste Weinkellerei der Welt entdeckt


Kommentieren Sie diesen Artikel / Your comment

CAPTCHA

Bitte tragen Sie die untenstehenden Zeichen in das Eingabefeld ein. Captcha hilft uns bei der Vermeidung von automatisierten Eingaben.