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Kalifornien verliert in China ... und fürchtet Pläne der Ölmultis


(10.01.2013) -  

Alle Welt hofft auf die asiatischen Märkte, aber nicht für alle verwandelt sich diese Hoffnung auch in Realität. Diese Erfahrung mussten die amerikanischen, sprich kalifornischen Weinexporteure im vergangenen Jahr machen, für die das asiatische Abenteuer mit einem kräftigen Minus endete.


Unter den Küstenlandschaften der kalifornischen Central Coast vermuten Ölmultis ein Vermögen an Vorräten. Der Weinbau der Gegend befürchtet ein Vergiften der Grundwasservorräte. (Foto: E. Supp)

Wurden von Januar bis Oktober 2011 in China & Co. noch 295 Mio US $ erlöst, so waren es im gleichen Zeitraum 2012 nur noch 280 Mio, ein Minus von 5,1 %. Besonders stark rückläufig war dabei Hong Kong, traditionell der wichtigste asiatische Markt für die Amerikaner. Hier belief sich der Verlust auf sage und schreibe 34 %. Deutlich besser, allerdings auch auf deutlich niedrigerem Niveau, stellte sich ausgerechnet die Situation beim einstigen Erzfeind Vietnam dar, wo der Umsatz um 53 % stieg. In Festlandchina waren es + 13,8, in Südkorea + 22,1 %.

In Kalifornien selbst steigt derweil die Angst vor neuen Plänen der US-Ölmultis, die sich seit einigen Jahren die Unhabhängigkeit des Landes von den Ölförderländern in Nahost, Afrika und Südamerika auf die Fahnen geschrieben haben. Unter den Küstenstrichen der kalifornischen Central Coast werden Ölschiefer mit Reserven von insgesamt 15 Mrd. Barrel Rohöl vermutet, die man gerne mithilfe des umstrittenen Frackings fördern würde. Dabei werden Wasser und hochgiftige Chemikalien in den Untergrund gepumpt, um Erdöl und Erdgas aus den Steinschichten zu lösen und fördern zu können. Die Winzer - und nicht nur sie - der betroffenen Gegenden befürchten ein Vergiften des Grundwasserspiegels, von dem mit ihren bewässerten Kulturen in hohem Maße abhängig sind.

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