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Märkte der Zukunft: Mexiko, Brasilien, Nigeria & Co.


(30.11.2012) -  

Dass China einer der wichtigsten Weinmärkte der Zukunft ist, gilt schon lange nicht mehr als großes Geheimnis, und Insider schätzen Südkoreas Weinmarkt ähnlich vielversprechend ein. In einer jüngst veröffentlichten Studie nennt die niederländische Rabobank, über die die International Business Times ausführlich berichtet, allerdings auch Länder, die viele Weinexporteure bislang vielleicht noch nicht auf dem Schirm hatten: Mexiko, Brasilien, Polen und Nigeria. Sie könnten dem stagnierenden Weltweinmarkt neues Leben einhauchen und für Exporteure der Alten wie der Neuen Welt gleichermaßen interessant werden.


Südafrika gehört schon heute zu den Weinbauländern, für die Nigeria ein wichtiger Absatzmarkt geworden ist. (Foto: E. Supp)

Ihnen gemeinsam ist, dass ihr Weinkonsum in den letzten Jahren stetig gestiegen ist, was Rabobank auf das massive Anwachsen bzw. überhaupt erst das Entstehen einer wirtschaftlich leistungsfähigen Mittelschicht zurückführt. Das gilt vor allem für Mexiko und Brasilien, wo der Weinimport in den letzten vier, fünf Jahren um 20 bzw. 30 % jährlich wuchs. Für Polen führen die Rabobänker das Fehlen von Korruption als positiven Faktor an, was für die Karte Nigeria dagegen eher nicht zutrifft. Die sticht vor allem aufgrund der schieren Größe der 170-Millionen-Bevölkerung sowie der großen Ölvorräte des Landes.

Dass diese Länder kurzfristig nicht nur interessante, sondern auch riskante Märkte sind oder sein können, bleibt auch Rabobank nicht verborgen. Allerdings betonen die Analysten, dass gerade in diesen Ländern nur der frühe Vogel Chancen auf den Wurm hat, will heißen: Je früher Weinerzeuger dort investieren und ihre Marken etablieren, desto größer sind ihre mittel- und langfristigen Erfolgsaussichten.

Zumindest ein Weinbauland hat bereits einen Teil dieser Message beherzigt: Für Südafrika ist Nigeria schon jetzt ein bedeutender Markt geworden, der zweitgrößte auf dem afrikanischen Kontinent hinter Angola, wo die Kapwinzer traditionell große Mengen Fasswein absetzen. Der Export nach Westafrika wächst seit einiger Zeit kontinuierlich um 10-15 %, betont Wosa-Regionalmanager Matome Mbatha in einem Interview mit howwemadeitinafrica.com, und Kenia machte alleine im vergangenen Jahr einen Sprung von 45 %. Als weitere afrikanische Länder, die für die Südafrikaner interessant werden könnten, nennt er Sambia, Uganda und Äthiopien.

Wie auch immer man die Entwicklungschancen dieser Märkte im Einzelnen einschätzt, eines scheint sicher: Der Weinexport der Zukunft wird deutlich komplexer, vielleicht aber auch deutlich interessanter.

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