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Parker unter Anklage: Weintrinkerleben verkorkst


(14.06.2013) -  

Das kann nur Amerika! Ein Texaner hat jetzt den US-Weinpapst Robert Parker jr., bis vor wenigen Monaten Eigner und Herausgeber des Weininformationsbriefs Wine Advocate, verklagt. Seine Begründung der Klage: Der Weinkritiker habe ihn dazu verführt, sein Leben lang überteuerte Weine zu trinken, die er letztlich nicht mal mochte.


Château Ausone - von Parker empfohlen, eine
Verschwendung von Geld und Lebensqualität? (Foto: E. Supp)

Die von tabletograve.com zitierten Passagen aus der Klagebegründung muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, so einzigartig sind sie: Er habe immer geglaubt, das Parker die besten Weine auswähle, aber schließlich gemerkt, dass dieser nur eine einzelne Person sei, und das, was er empfahl, letztlich nur seine persönliche Meinung darstellte. Die Erleuchtung sei ihm gekommen, als man ihm bei einem Dinner einen Wein servierte, den Parker mit nur 70 Punkte bewertet hatte. Zu seiner Überraschung war dieser Wein durchaus trinkbar, und das bei einem Preis von nur 28 $ gegenüber den 150 $, die er sonst im Schnitt bezahlen musste.

Der Kläger verlangt jetzt von Parker Schadenersatz in Höhe von mehr als 1 Mio. $, da dessen Bewertungen dazu geführt hätten, dass die Preise der empfohlenen Weine regelmäßig rasant in die Höhe schossen. Zudem will er für den emotionalen Schaden entschädigt werden, der dadurch entstanden sei, dass er einen Teil seines Lebens dank der Parker'schen Empfehlungen vergeudet habe. Man fragt sich am Ende nur, warum der Mensch sich nicht einfach ein Schild umgehängt hat mit der Aufschrift: "Ich bin saublöd." Ein Foto davon, in den Social Media veröffentlicht, wäre bestimmt billiger und effizienter gewesen als diese Klage.

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Gut aufgepasst! Wir hatten

Gut aufgepasst! Wir hatten den Artikel erst kürzlich in einem RSS-Reader angezeigt bekommen, mit einem aktuellen Datum. Da hätte wir tatsächlich nochmal genau hinschauen müssen. Aber amüsant war die "Story" trotzdem :-)

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