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Sekundärmarkt verliert weiter an Boden


(07.11.2012) -  

Die Einsicht, dass der Sekundärmarkt für teure, in der Regel auf Auktionen gehandelte Weine auf absehbare Zeit nicht zu neuen Höhenflügen ansetzen wird, scheint sich zunehmend durchzusetzen. So veröffentlichte decanter.com auf der Basis einer Meldung von Reuters vor einigen Tagen einen Artikel, in dem Vertreter führender Auktionshäuser die Überzeugung äußerten, dass die Umsätze auf diesem sehr speziellen Weinmarkt in diesem Jahr um 20 % von 500 auf 400 Mio. US $ schrumpfen könnten. Dieser Markt, der zu etwa der Hälfte von Bordeauxweinen und zu 35 % von Burgundern dominiert wird - in die restlichen 15 % teilt sich die übrige Weinwelt -, zeigt auch in den Kursen von Liv-ex, dem führenden Preisindex für Versteigerungsweine, seit etwas mehr als einem Jahr mehr oder weniger nur noch in eine Richtung: nach unten.

Blick von Château Latour Richtung Saint Julien - Weinbaugebiet Bordeaux / Frankreich (Foto: E. Supp)
Noch immer das Herkunftsgebiet der meisten Weine, die auf dem Sekundärmarkt gehandelt werden: das Bordelais. (Foto: E. Supp)

Diese Tendenz betrifft, das zeigt Liv-ex überdeutlich, nicht nur die Handelsvolumina, sondern auch und vor allem die Preise. Der 2009er Jahrgang von Château Lafite-Rothschild beispielsweise, so etwas wie ein Maßstab für Wohl und Wehe des Sekundärmarkts, der Anfang 2011 zu mehr als 22.000 US $ pro Kiste gehandelt wurde, bekommt derzeit für wenig mehr als die Hälfte den Zuschlag. Im Schnitt sind die Preise für großen Bordeaux um 30 % gesunken. Zwar hat sich gleichzeitig der Markt für einige extrem seltene und knappe Burgunder Spezialitäten wie die Weine der Domaine de la Romanée Conti positiv entwickelt, aber deren Marktvolumen ist zu klein, um die generelle Tendenz entscheidend beeinflussen zu können. Für die Zukunft setzen die Auktionshäuser verstärkt auf Weine, die nicht aus den zwei großen Bs kommen: Champagne, Rhône, Kalifornien und Italien werden in diesem Zusammenhang genannt. Von Deutschland ist leider nicht die Rede!

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