WorldWine News

Südafrikas Fassweinexport auf besorgniserregendem Rekordkurs


(08.08.2013) -  

Südafrika könnte in diesem Jahr einen Rekordexport von etwa 5 Mio. hl Wein verbuchen - gegenüber den Zahlen von 2012 wäre das eine Steigerung von fast 25 % -, aber nicht allen Marktbeobachtern und Protagonisten im Lande beschert das einen ruhigen Schlaf. Tatsache ist, dass das Land in den letzten Jahren zu einem ausgesprochenen Exporteur von Fassware geworden ist, deren Anteil von knapp einem Drittel der Gesamtmenge im Jahr 2005 auf fast das Doppelte in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres gestiegen ist. Damit liegt der Fassweinanteil des Landes fast 25 Prozentpunkte höher als in den wichtigsten Erzeugerländern der Neuen Welt, Neuseeland, Chile, Australien, USA und Argentinien, wo er im Schnitt nur 47 % beträgt.


Weinberge im Swartland, einem der jüngeren Qualitätsweingebiete Südafrikas. (Foto: E Supp)

Zusätzlich zum langjährigen, weltweiten Trend in Richtung Fassweinexport, über den wir bereits mehrfach berichteten, hat in die sehr kleine Produktionsmenge 2012 in den wichtigsten Weinbauländern der Alten Welt diese Entwicklungstendenz gerade in Südafrika noch einmal beschleunigt, denn das Land brachte 2012 seine größte Erntemenge der jüngeren Geschichte ein. Problematisch an den Fassweinexporten ist nicht nur, dass ein Teil der Wertschöpfungskette ins Ausland verlagert wird, wie vor allem von gewerkschaftlicher Seite oft argumentiert wird, sondern dass die Kontrolle dessen, was im Ausland als südafrikanischer Wein verkauft wird, aus der Hand gegeben wird.

Hinzu kommt, dass deutlich mehr als die Hälfte des Fassweins den so genannten "grauen" Weinmarkt bedient, auf dem der Wein ohne Herkunftskennzeichnung gehandelt und gefüllt wird, und dass der Fassweinmarkt bekanntermaßen extrem konjunktur- und wechselkursabhängig ist und damit praktisch keine Nachhaltigkeit besitzt, wie auf www.enca.com, der Seite des eNews Channel Africa zu lesen ist.

Ein Nachlassen der Exportdynamik würde die südafrikanische Weinwirtschaft vor allem deshalb hart treffen, weil der Binnenmarkt, der nur etwa 30 % der Produktion abnimmt, bereits seit 10 Jahren stagniert und kaum zusätzliche Mengen absorbieren kann.

Sie können unsere Arbeit durch eine Spende unterstützen.

Lesen Sie auch:
Schwarz und Weiß: Südafrikas Weinbau im Kreuzfeuer
Südafrika zwischen Traum und Realität
Neuer Verband von Premium-Erzeugern in Südafrika
Südafrikas Export wächst weiter - mit Fassweinen


Kommentieren Sie diesen Artikel / Your comment

CAPTCHA

Bitte tragen Sie die untenstehenden Zeichen in das Eingabefeld ein. Captcha hilft uns bei der Vermeidung von automatisierten Eingaben.