WorldWine News

Verkaufen die Chinesen ihre Châteaus schon wieder?


(14.06.2013) -  

Gleich vier der Weingüter des Bordelais, die in den vergangenen Jahren von Chinesen aufgekauft wurden, stehen schon wieder auf den Angebotslisten der örtlichen Makler, Villepreux, Branet, Baby und De Cugat. Wie decanter.com berichtet, sollen sie zum Besitz der chinesischen Kellereigruppe Haichang gehören, wobei noch von einigen anderen Angeboten der Agentur Bordeaux and Beyond, die derzeit zum Verkauf stehen, vermutet wird, dass sie ebenfalls Chinesen, vielleicht sogar zur selben Haichang Group gehören.


Châteaux Margaux - gehört nicht Chinesen, wird nicht verkauft. (Foto: E. Supp)

Ob das nun gleich schon den Beginn des Rückzugs der Chinesen aus dem Gebiet bedeutet, ist alles andere als sicher. Die Agentur selbst, die in dieser Sache den Standpunkt von Haichang widerzugeben scheint, lässt jedenfalls verlauten, dass die Investitionen von vornherein nur als temporäre gedacht waren. Da sich viele Chinesen offenbar mit der Bewirtschaftung ihrer in jüngeren Jahren erworbenen Güter schwer tun, habe man diese Güter aufgekauft, sie - wo notwendig - saniert und sie mit einer funktionierenden Manschaft ausgestattet.

Deshalb sei man jetzt in der Lage, diese Châteaus willigen Investoren sozusagen als Rundum-Sorglos-Pakete weiterzuverkaufen. Dass dann aber berichtet wird, für den einen oder anderen Besitz interessierten sich gar keine Chinesen, sondern Franzosen, lässt zumindest vermuten, dass diese erklärte Absicht nicht mit letzter Konsequenz verfolgt wird. Haichang, so berichtet Decanter, besitzte in China selbst große Rebflächen und sei im Dalian International Wine Park involviert, wo man u. a. das größe Weinmuseum Asien bauen wolle.

Derweil scheint die chinesische Weinindustrie jetzt große Anstrengungen zu unternehmen, um mit ihren eigenen Produkten in den Super-Premium-Bereich vorzustoßen. Wie Decanter.com ebenfalls berichtet, hat das Weingut Chateau Hansen aus Wuhai in der Inneren Mongolei jetzt erklärt, noch in diesem Sommer einen Kultwein namens Red Camel aus Cabernet Sauvignon zum stolzen Preis von 500 EUR auf den einheimischen Markt bringen zu wollen.

Sie können unsere Arbeit durch eine Spende unterstützen.

Lesen Sie auch:
Wer hat die Macht in Frankreichs Weinindustrie?
Ist der Traum vom chinesischen Markt schon zu Ende?
Chinesen kaufen Bordeaux .... Châteaus


Kommentieren Sie diesen Artikel / Your comment

CAPTCHA

Bitte tragen Sie die untenstehenden Zeichen in das Eingabefeld ein. Captcha hilft uns bei der Vermeidung von automatisierten Eingaben.