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Weltweiter Weinsee trocknet aus


(07.11.2012) -  

Die weltweite Überproduktion ist gestoppt, der weltweite Weinsee trocknet aus. Dies ist, in Kurzfassung, das übereinstimmende Fazit aus dem jüngsten Quartalsbericht der niederländischen Rabobank, deren Analysten weltweiten Ruf als Weinmarktsspezialisten genießen, und aus den Zahlen, die die internationale Weinorganisation, OIV, herausgegeben hat. Die Weinproduktion soll in diesem Jahr mit nur 248,2 Mio. hl das niedrigste Ernteergebnis seit 1975, d. h. seit 37 Jahren verzeichnen. Dem steht ein weltweiter Weinkonsum von geschätzt 235 bis 249 Mio. hl gegenüber, was die enorme Überproduktion der Jahre 2004 bis 2010 endgültig beenden würde.


Mehr Wein als in der Vergangenheit gab es in diesem Jahr
in den USA, wie hier in Washington - im Rest der Welt
waren die Erntemengen eher rückläufig. (Foto: E. Supp)

Der spärliche Ernteertrag geht dabei vor allem auf das Konto der großen europäischen Weinbaunationen, aber auch die südliche Hemisphäre brachte mit Ausnahme Südafrikas in diesem Jahr nur relativ bescheidene Ernten ein. In den USA dagegen stieg die Produktionsmenge um 7,1 % auf 20,6 Mio. hl. Dass sich die Tendenz auf der Angebots- wie der Nachfrageseite positiv entwickelte ist, glaubt man den Analysten, auch darauf zurückzuführen, dass der weltweite Nachfragerückgang als Folge der Wirtschaftskrise nach 2008 gestoppt werden konnte.

Statt unverkäuflicher Überschussmengen müsse sich, so die Analysten, die Weinwelt deshalb in den nächsten Jahren wahrscheinlich eher mit Weinknappheit auseinandersetzen, was bereits jetzt zu deutlich steigenden Fassweinpreisen geführt habe. Selbst in Australien sind die lange Zeit rückläufigen Traubenpreise während der letzten Ernte einem Bericht des "The Australian" zufolge um 11 % gestiegen. Die gleiche Entwicklung wird aus Italien gemeldet, wo Pinot grigio des aktuellen Jahrgangs im Fass derzeit 0,15 EUR teurer (max. 1,45 gegenüber 1,30 EUR / l) als noch im vergangenen Monat gehandelt wird, einfacher Weißwein zu 0,65 statt für 0,57 EUR / l.

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