WorldWine Weine des Monats

März '11

Fast täglich werden uns Weine zur Beurteilung zugeschickt, die wir in unseren periodischen, themengebundenen Verkostungsberichten nicht berücksichtigen können. Deshalb haben wir diese Rubrik der "Weine des Monats" geschaffen, in der wir Ihnen Monat für Monat drei besonders gute bzw. besonders preiswürdige Weine vorstellen wollen - Weine, die in der Regel im deutschsprachigen Online-Handel erhältlich sind. "Weine des Monats" sind in unseren Verkostungen mit mindestens "drei Sternen" bewertet worden, im den meisten Fällen sogar mit vier oder fünf Sternen. Zwar bitten wir die Händler um Preisangaben und um eine gewisse Mindestverfügbarkeit der Weine, können aber für die Richtigkeit dieser Angaben keine Gewähr übernehmen. Durch Klick auf den Weinnamen suchen Sie auf unserer Partnerseite weinpower.de nach Anbietern dieses Weins im Internet.

 


Tignanello Igt 2008

Marchesi Antinori, Florenz (Italien)

Er ist ein echtes toskanisches Urgestein. Bereits in den 1970er-Jahren zum ersten Mal gekeltert - lange vor vielen Brunellos und Chianti Classicos -, gehört der Tignanello der Marchesi Antinori zu den renommiertesten und erfolgreichsten Weinen Zentralitaliens überhaupt. Anfänglich überwiegend aus Cabernet Sauvignon gekeltert, besteht er seit vielen Jahren mehrheitlich aus der toskanischen Starsorte Sangiovese, die ihm seine Typizität verleiht. Der 2008er, den wir erklusiv vorab verkosten durften, zeigt dichtes, sehr intensives Rubinrot, den Duft von Rauch, Kaffee und Beeren und ist am Gaumen von enormer Dichte, besitzt viel überschüssige Kraft und noch sehr junges, hartes Tannin. Der 2008er ist sehr viel muskulöser als der Vorjahrgang, aber wohl auch deutlich längerlebig. Ein Wein zum Bestellen (fragen Sie einfach beim Händler nach) und Weglegen, so etwa bis 2020 oder 2025. Sollten Sie den Tignanello dagegen sofort trinken wollen, greifen Sie zum 2007er! Der ist schon heute ein absoluter Hochgenuss.

 


Achkarrer Schlosberg Spätburgunder *** 2007 GG

Weingut Dr. Heger, Ihringen (Deutschland)

Vor zehn, fünfzehn Jahren, da waren die Spätburgunder von Joachim Heger in ihrer Jugend gelegentlich überhart, vom Holzausbau mit aggressiven, nicht immer harmonisch eingebundenen Tanninen belastet. Diese Sturm-und-Drang-Stilistik ist längst einer finessenreichen, eleganten Balance gewichen, wie auch dieser 2007er Achkarrer Schlossberg beweist, ein Großes Gewächs, das seinen Namen wirklich verdient. Von frischer roter Farbe, betört der Wein mit intensivem Duft nach Pilzextrakt und roten Beeren, mit einer kleinen Note von Schuhcreme, und zeigt sich am Gaumen dicht und saftig. Auch hier kehrt die schöne Aromatik wieder. Insgesamt ein lebendiger und feiner Wein mit guter Länge im Abgang.

 


Riesling Wechselberg-Spiegel 2009

Johann Topf, Strass (Österreich)

Alle reden vom Grünen Veltliner, wenn es um Wein aus Niederösterreich geht - wir reden heute einmal vom Riesling. Und zwar von einem der besten 2009er, die wir verkosten konnten. Es ist ein typischer Vertreter dieses großen Jahrgangs, im Duft vielleicht noch etwas verschlossen - jedenfalls zum Zeitpunkt unserer Verkostung -, aber dafür mit großer Struktur, mit Säure, Schmelz und schöner Aromatik am Gaumen ausgestattet. Ein Riesling, wie ihn Hans Topf unseres Wissens zuvor noch nie gezeigt hat, und der an die Qualität der besten Veltliner des sympathischen Winzers aus Strass heranreicht. Da hat es sich wirklich gelohnt, die Trauben der beiden Lagen Wechselberg und Spiegel gemeinsam verarbeitet zu haben.

 


Riesling Rheingau Geheimrat J 2007

Weingut Wegeler Erben, Oestrich-Winkel (Deutschland)

Eine Bank! Dieser Wein ist wirklich eine Bank, und das bereits seit Jahrzehnten. Der Geheimrat J des Traditionsweinguts Wegeler Erben hat in den mehr als 20 Jahren, seit wir ihn zum ersten Mal verkostet haben, noch nie eine wirkliche Schwäche gezeigt, war immer unter den besten des Gutes, ja sogar des ganzen Rheingaus. Und das, obwohl es kein Lagen-, sondern ein Markenwein ist, wie Puristen vielleicht nörgeln könnten. Der 2007er ist dabei in dieser exzellenten Reihe von Jahrgängen mit Sicherheit einer der besten: trotz seiner vier Jahre noch von silbrig-grüner Farbe, mit feinem Apfel- und Pfirsichduft, mit Stoff, einer noch immer markanten Säure und weiterem Reifepotenzial für sicher mehr als 10 oder 15 Jahre.

 


Riesling Würzburger Stein 2009 Beerenauslese

Weingut Juliusspital, Würzburg (Deutschland)

Das Juliusspital ist mit seinen 170 ha Rebfläche nicht nur das größte deutsche Weingut in Privatbesitz, sondern auch eines derjenigen, die maßgeblich an der Renaissance des fränkischen Weinbaus in den letzten Jahren beteiligt waren. Dass die trockenen Silvaner des Gutes, besonders die Großen Gewächse, von außergewöhnlicher Qualität sind, hat sich inzwischen herumgesprochen. Weniger bekannt sind dagegen die edelsüßen Weine wie dieser vom Würzburger Stein, eine Beerenauslese mit leuchtendem, noch leicht grünlichem Gelb, sehr feinen, geradlinigen und sauberen Fruchtaromen im Duft, einem saftigen Körper mit viel Frucht, in dem Alkohol, Säure und Süße in perfeker Balance zueinander stehen und schließlich einem enorm langen Nachhall.

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Wenn Sie Ihre Weine für unsere Verkostungen einreichen möchten, melden Sie sie bitte zuvor per E-Mail unter Angabe des Endverbraucherpreises und einer Internet-Bezugsquelle an. 

 

Zeichenerklärung:
 

Weißwein
  
bis 7,99 EUR
Rosé
 
8,00 - 14,99 EUR
Rotwein
 
15,00 - 25,00 EUR
Perl-/Schaumwein
 
mehr als 25 EUR
Dessert-/Likörwein
   

* Anbieter der empfohlenen Weine wurden uns entweder von den Erzeugern genannt oder von der Redaktion durch Recherche im Internet gefunden. ENO WorldWine ist am Verkaufserlös dieser Weine weder direkt noch indirekt beteiligt.

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