WorldWine Analyse

Gut oder schädlich? - Die Gesundheitsdebatte

„Wein und Gesundheit“ – so lautete eines der wichtigsten Diskussionsthemen der Weinszene der neunziger Jahre. Interesse für die Frage, ob Weinkonsum der Gesundheit abträglich oder förderlich ist, war bereits gegen Ende der Achtziger in den USA, aber auch in europäischen Ländern wie Italien aufgekommen. Gelegenlich konnte man sogar den Hauch eines neuen Protektionismus verspüren, so heftig wurden die Angriffe auf alkoholische Getränke im Allgemeinen und Wein im Besonderen.

Dann widmete die amerikanische Fernsehanstalt ABC eine Folge ihre viel beachteten Serie „60 minutes“ dem so genannten „French paradox“, d. h. der Tatsache, dass Franzosen deutlich seltener an Herz-Kreislauferkrankungen starben als Amerikaner, obwohl ihre Ernährungsgewohnheiten alles andere als von strengen Diätvorschriften bestimmt waren. Die Lösung des Paradoxons hatten Wissenschaftler im Wein-, insbesondere Rotweinkonsum gefunden.

„60 minutes“ wurde für viele Weinerzeuger und ihre Interessenvertreter zum Fanal für den Gegenangriff. Mit den Ergebnissen immer zahlreicherer wissenschaftlicher Studien im Rücken lancierten Weininstitute, Weinakademien und Weinfreunde unter den Medizinern eine Reihe öffentlichkeitswirksamer Manifestationen – Veranstaltungen und Publikationen fast im Monatsrythmus – und schossen dabei leider gelegentlich auch über ihr Ziel hinaus. Deshalb möchte Eno WorldWine an dieser Stelle den Versuch unternehmen, den aktuellen Wissensstand zum Thema Wein & Gesundheit einmal zusammenzufassen – in der Hoffnung, vielleich ein wenig zur Versachlichung der Debatte beitragen zu können.

Wein in der Antike

Wein galt in der antiken wie mittelalterlichen Medizin als eines der wichtigsten Heilmittel überhaupt. Bereits um 400 v. Chr. empfahl der griechische Arzt Hippokrates (um 460-370 v. Chr) Wein zur Kräftigung und Beruhigung, zur Bekämpfung von bakteriellen und Vergiftungserkrankungen des Magen-Darm-Trakts und als Schlaf- oder Kopfschmerzmittel. Auch bei Plutarch (um 46-120 n. Chr), dem griechischen Philosophen, lassen sich Hinweise auf seine medizinische Bedeutung finden; dasselbe gilt für den jüdischen Talmud. Die Römer verschrieben Wein bei Magen-Darmerkranungen oder legten Weinumschläge direkt auf offene Wunden.

Im Mittelalter war Wein das einzig wirklich sichere, weil gegen bakterielle Verseuchung praktisch nicht anfällige Getränk. Er spielte deshalb eine große Rolle in der Seefahrt, und in mittelalterlichen Hospizen wie Beaune im Burgund hatten Kranke wie Ärzte Recht auf Tagesrationen von bis zu fünf Litern. Wahrscheinlich war dieser Wein allerdings verdünnt wie bei den Griechen, bei denen es als barbarisch galt, Wein unverdünnt zu trinken. Last but not least bestätigte auch der berühmte französische Chemiker und Mikrobiologe Louis Pasteur (1822-1895) die hygienische Qualität des Weins.

In der so genannten mediterranen Diät, d. h. der Alltagsernährung in den Mittelmeerländern, hatte Wein bis noch vor wenigen Jahren eine enorme Bedeutung als alltäglicher Kalorienlieferant breiter Bevölkerungskreise. Italiener und Franzosen tranken bis vor wenigen JAhrzehnten noch mehr als 120 Liter Wein pro Kopf und Jahr. Immerhin besitzt ein Gramm Alkohol – eine Flasche Wein enthält bis zu 100 Gramm – sieben Kilokalorien gegenüber nur vier Kilokalorien in einem Gramm Zucker oder Eiweiß.

Gefährdung durch Alkohol

Entgegen dieser traditionellen Betrachtung von Wein und alkoholischen Getränken im Algemeinen, herrschte im 20. Jahrhundert eine Sichtweise vor, die vor allem die mit ihrem Konsum verbundenen Gesundheitsrisiken in den Vordergrund stellte. Dabei spielen zwei Aspekte eine wichtige Rolle: die Suchtgefahr, die v. a. von übermäßigem Alkoholkonsum ausgeht und in Alkoholkrankheit enden kann, und die direkten körperlichen Schäden, die durch erhöhten Alkoholkonsum verursacht werden können. [...]

Aus unserer Weingutsdatenbank

Sauvignon blanc von Winkler-Hermaden
Sauvignon blanc von Winkler-Hermaden

@@ Weingut Winkler-Hermaden - Südoststeiermark (Österreich)
Schloß Kapfenstein - 8353 Kapfenstein 105
Tel: 03157-2322, Fax: 03157-23224, E-Mail: weingut@winkler-hermaden.at, Homepage: www.winkler-hermaden.at
Besitzer: Georg Winkler-Hermaden
Weinberge bewirtschaftet (ha): 14,5
Weinbergslagen: in Kapfenstein: Kirchleiten, Schlosskogel, Rosenleiten, Hinteregg, Winzerkogel, in Klöch (Domäne Stürgkh): Hochwarth, Ölberg
Rebsorten: Sauvignon blanc, Gewürztraminer, Welschriesling, Weißburgunder, Morillon, Grauburgunder, Traminer, Riesling, Zweigelt, Merlot, Spätburgunder, St. Laurent, Cabernet Sauvignon
Weinnamen: Olivin, Hermada, Caphenstein
jährliche Flaschenfüllung: 180.000
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Das Weingut liegt im Südosten der Steiermark, mitten im Steirischen Vulkanland, nur wenige Kilometer von der slowenischen und ungarischen Grenze entfernt. Die Weingärten Winzerkogel, Kirchleiten, Schlosskogel, Rosenleiten und Hinteregg sind auf den steilen Abhängen eines Vulkankegels angelegt. Seit dem Jahrgang 2004 werden zusätzlich die Weingärten Hochwarth und Ölberg des Gräflich Stürgkh'schen Weingutes (Domäne Stürgkh) in Klöch bewirtschaftet.
Unsere Familie, in deren Besitz sich die Wehrburg aus dem 11. Jahrhundert befindet, führt das Gut seit 1918. 13 verschiedene Sorten wachsen auf einer Fläche von 35 Hektar. Ein Schwerpunkt unserer Produktion liegt auf Sauvignon blanc und den Burgundersorten (Morillon, Weißburgunder, und Grauburgunder), der andere liegt, ungewöhnlich für die Steiermark, auf Rotwein (Blauer Zweigelt, Pinot noir, Cabernet Sauvignon, Merlot und St. Laurent). Welschriesling als die bekannteste steirische Sorte und als besondere Spezialität unseres vulkanischen Bodens sowie Traminer und Gewürztraminer runden das Sortiment ab.
Durch qualitätsorientierten Schnitt, möglichst naturnahe Bewirtschaftung, Traubenausdünnen, intensive Laubarbeit und Mengenbegrenzung versuchen wir, den optimalen Reifegrad jeder Sorte zu erreichen. Selektive Handlese, schonende Traubenverarbeitung und möglichst wenige Eingriffe in den darauf folgenden Ausbau der Weine ist unsere Devise, um den typischen Charakter der jeweiligen Sorten zu erhalten.

Unsere besten Rotweine, aber auch ausgesuchte Weißweine werden seit einigen Jahren in Barriques ausgebaut. Das Holz, aus dem die kleinen Eichenfässer gemacht werden, stammt aus dem eigenen Wald auf dem Kapfensteiner Kogel.


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[...] Alkoholkranheit wird als regelmäßiges, übermäßiges Trinken von Alkohol definiert, das zu körperlichen, psychischen Schädigungen führt. Als Ursachen gelten psychische, soziale und genetische Faktoren. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren sind 10 % der Bevölkerung stark suchtgefährdet. Zwei bis 2,5 Millionen Deutsche gelten als alkoholkrank.

Körperliche Schäden entstehen vor allem durch ein Abbauprodukt des Alkohols, Acetaldehyd. Acetaldehyd ist in gewissem Umfang im Wein enthalten, wird aber vor allem in Magen und Leber durch die Arbeit des Enzyms Alkoholdehydrogenase (ADH) produziert. Acetaldehyd ist ein Zellgift, das in erhöhten Konzentrationen und über längere Zeiträume Leberschäden wie Fettleber, Alkoholhepatitis und Leberzirrhose, Bauchspeicheldrüsen- und Magenschleimhautentzündungen, Magen- und Darmgeschwüre, Schädigungen der Lungenzellen, Herzmuskelerkrankungen, neurologische Schäden, Hirnschrumpfung und epileptische Anfälle, bei Schwangeren Fehlgeburten und Missbildungen des Neugeborenen hervorrufen kann.

Gesundheitsschäden und Todesfälle

Alkohol ist zwar kein Karzinogen, d. h. nicht direkt Krebs erregend, wird aber oft als Krebs fördernde Substanz eingestuft, v. a. im Zusammenspiel mit Nikotin. Die Ursache dafür ist seine Eigenschaft als Zellgift, das v. a. die Zellen der Schleimhäute schädigt, woraufhin diese versuchen, den Schaden durch verstärkte Zellneubildung aufzufangen. In dieser Phase sind die Zellen dann anfällig für andere, krebserregende Stoffe. Dieses Risiko besteht aber offenbar ausschließlich bei gesteigertem Konsum hochprozentiger Alkoholika.

Was die Leberschädigungen betrifft, die ebenfalls ein Resultat erhöhten Alkoholkonsums sein können, so ist, evtl. auf Grund veränderter Trinkgewohnheiten, die Zahl der Zirrhosetoten in Europa seit den siebziger Jahren von 13 auf 10 pro 10 000 Einwohner gesunken. Entgegen der früher herrschenden Meinung wird geringer Alkoholkonsum heute sogar nach einer vollständig ausgeheilten Hepatitis toleriert. Nur bei Fettleber-Hepatitis ist absolute Abstinenz angesagt.

Insgesamt geht man in Deutschland von etwa 40 000 Alkoholtoten im Jahr aus, was bei einer allgemeinen Sterblichkeitsrate von 10/000 bedeutet, das 5 % aller Sterbefälle im weitesten Sinne auf Alkoholgenuss zurückgehen. Dabei gehen etwa 1 000-1 600 Todesfälle auf Alkohol am Steuer zurück – je nach Quelle wird jeder Achte bis jeder Fünfte Verkehrstote dem Alkohol zugerechnet. [...]


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