WorldWine Gourmet Traveller

Juli 2004

Über dem See - Refugien in Italiens "Champagne"

von Eckhard Supp

 
 
Das Franciacortagebiet wird nicht nur wegen seiner exzellenten Schaumweine gern als italienische Champagne bezeichnet. Auch gastronomisch hat das kleine Gebiet am Lago d'Iseo im letzten Jahrzehnt aufgerüstet. Mit dem Relais Mirabella und der schönen Osteria Il Volto in Iseo besitzt es seit einiger Zeit zwei ausgesprochene Schmuckstücke.
 
 
 
Von den Zimmern des Relais Mirabella eröffnet sich ein herrlicher
Blick über den Lago d'Iseo und die lombardischen Voralpen.
(Fotos: Eckhard Supp)

Eigentlich ist es leichter, am Franciacortagebiet vorbeizufahren als dort anzukommen. Zwei, drei Abfahrten auf der Rennstrecke Mailand-Venedig, etwa auf halbem Wege zwischen den Städten Bergamo und Brescia, und schon ist man vorbeigerast. Bis vor gut einem Jahrzehnt wäre das auch kein großer Schaden gewesen. Dann aber zog Italiens Starkoch Gualtiero Marchesi, für den auf dem teuren Mailänder Pflaster offenbar Rentabilität und Stress nicht mehr in Einklang zu bringen waren, auf das Franciacortagut Bellavista in Erbusco und eröffnete hier seinen neuen Gourmettempel samt kleinem Luxushotel.

Charme statt Protzerei

Dass Marchesis Wirken hier für viele nur noch ein Schatten seiner einstigen Pionierleistungen ist, hat unter anderem der Guide Michelin mit dem Entzug des dritten Sterns sanktioniert - da half auch der exaltierte Risotto mit Goldfolie nicht -, und da ich nicht besonders masochistisch veranlagt bin, was Rechnung und Be(besser: Miss)handlung der Gäste betrifft, spare ich mir den Besuch seit meiner ersten leidvollen Erfahrung gerne. Immerhin führte die Tatsache, dass Marchesi sich hier niederließ, dazu, dass die gesamte Gegend eine gastronomisch-kulinarische Aufwertung erfuhr, und das ist immerhin kein kleiner Verdienst.

Pool mit Blick auf die kleine "Champagne".

Zum Glück bieten sich mit dem wunderschönen, erst vor vier Jahren eröffneten Relais Mirabella in Clusane am Südrand des Sees und mit dem Il Volto in Iseo heute gleich zwei Wohlfühladressen an, die für den Besuch bei Franciacortas Winzern einen würdigen und genussvollen Rahmen bieten. Das gilt vor allem für das erst vier Jahre alte Relais Mirabella: Die wunderschöne Anlage aus alten Landhäusern und neuen pavillonartigen Zimmertrakten uns auf den auf den ersten Blick. Hoch über dem See gelegen, bietet sie eine wunderschöne Aussicht auf die Weinberge von Franciacorta, den See und die Voralpengipfel - Wasser, Berge, Sonne, Segelboote in der Ferne. Urlaubsstimmung pur!

Die Zimmer sind geräumig, gepflegt und bequem eingerichtet, und da verzeiht man es auch, wenn einmal ein Fenstergriff nicht richtig festgeschraubt ist oder man - wie in Italien leider meist der Fall - (fast) vergeblich nach nutzbaren Steckdosen suchen muss, was besonders dann ein Problem ist, wenn man mit Kleinkind unterwegs ist. Apropos Kleinkind: Obwohl die Klientel des Hotels während unseres Aufenthalts überwiegend aus kinderlosen älteren Herrschaften zu bestehen schien, begegneten wir von Seiten des Personals nur freundlichen Mienen und viel Hilfsbereitschaft. Ein absoluter Pluspunkt. [...]

Aus unserer Weingutsdatenbank

Lageders Kelterturm
Lageders Keltertur

@@@ Weingut & Weinkellerei Alois Lageder - Südtirol - Alto Adige (Italien)
Tor Löwengang, Grafengasse 9 - 39040 Margreid - Magré
Tel: 0471-809500, Fax: 0471-809550, E-Mail: info@aloislageder.eu, Homepage: www.aloislageder.eu
Besitzer: Alois Lageder
Weinberge bewirtschaftet (ha): 160
Weinbergslagen: Löwengang, Haberlehof, Lehenhof, Lindenburg, Benefizium Porer, Rain, Krafuss, Römigberg, Vogelmaierhof, Am Sand, Tannhammer
Rebsorten: Weißburgunder, Chardonnay, Grauburgunder, Müller Thurgau, Sauvignon blanc, Gewürztraminer, Lagrein, Grauvernatsch, Spätburgunder, Merlot, Cabernet, Goldmuskateller, Rosenmuskateller
Weinnamen: Löwengang, Lehen, Haberle, Krafuss, Lindeburg, Vogelmaier, Am Sand, COR Römigberg, Casòn Hirschprunn
jährliche Flaschenfüllung: 1.500.000
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Alois Lageder steht für eine Unternehmenskultur, die Vieles verbindet: Geschichte und Zukunft, Visionen und ihre Umsetzung. Naturverbundenheit und Weitsicht werden in authentischen Weinen lebendig – als Ergebnis eines ganzheitlichen Konzepts mit nachhaltigem Handeln, aus Respekt vor der Natur, Wertschätzung des Lebensraums und Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.
Das Thema der Zukunft steht für Alois Lageder schon lange fest: "Wir stehen am Beginn des solaren Zeitalters und sind aufgefordert, uns auf eine Zeit ohne herkömmliche Energiequellen vorzubereiten, erneuerbare Energiequellen zu nutzen." Verzicht auf den Einsatz fossiler Brennstoffe, innovative Methoden der Wärmerückgewinnung, Integration von Solarkollektoren für die Erzeugung von Strom sind einige der Maßnahmen, die Alois Lageder bereits 1995 in seinem Neubau umgesetzt hat. Der Weingutsneubau wurde, der Ausrichtung im Weinbau entsprechend, konsequent nach baubiologischen und ökologischen Kriterien durchgeführt.
Seit 2004 wurden alle im Besitz des Weingutes befindlichen Weinberge auf biodynamische Bearbeitung umgestellt. "Biodynamie ist für mich eine logische Konsequenz, ein Teil des Ganzen, der Nachhaltigkeit", sagt er. "Biodynamische Landwirtschaft ist die konsequenteste Form des natürlichen Arbeitens im Weinberg, und auch die in sich schlüssigste, da sie die Gesetze der Ganzheitlichkeit in der Natur respektiert und damit die Rebe, die Erde und den Kosmos vereint und in ihr natürliches, biologisches Gleichgewicht bringt". Biodynamie ist daher ein Teil dieser ganzheitlichen Unternehmenskultur. Sie bedeutet für Alois Lageder einen qualitativen Schritt nach vorne.

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