WorldWine Portrait

September 2002

Mode und Wein

von André Liebe

 
 
Er ist, zusammen mit seiner Schwester Fernanda, Inhaber des Mode-Unternehmens Liolà mit weltweit 110 Filialien. Er ist zugleich Präsident des italienischen Textilverbandes. Und er ist Winzer. Vittorio Giulini, Ende fünfzig, Spross eines alten Mailänder Adelsgeschlechtes und mehrfacher Millionär, baut bereits seit Jahrzehnten Wein an: in Gavi auf der Tenuta La Marchesa von Novi Ligure und in Frascati auf der Tenuta di Pietra Porzia vor den Toren der ewigen Stadt Rom. Die beiden Güter sind in der Weinwelt noch nicht sehr bekannt, werden vom italienischen Weinführer Gambero Rosso aber immerhin erwähnt. World Wine Magazine sprach mit Giulini über seine Doppelrolle als Mode- und Weinmacher, seine Philosophie und den Stil seiner gekelterten Erzeugnisse.
 
 
Vittorio Giulini, Chef eines Modeimperiums
von 110 Filialen und Winzer aus
Familientradition und Leidenschaft.
( Fotos: A. Liebe)

 

EWW: Schauspieler, Regisseure, Architekten, Wirtschaftsbosse,  kurz: Fast der ganze Geldadel kauft sich mittlerweile sein eigenes Weingut. Sie haben gleich zwei davon. Wie wurden Sie zum Winzer?

Giulini: Das liegt an der Familie. Die Eltern meiner Mutter lebten zu Beginn des 20. Jahrhunderts lange Zeit in Ägypten, wollten Italien aber nie ganz verlassen. Im Sommer aber ist das Klima in Nordafrika unerträglich. Fast so wie in Rom. Und weil sie auch in Italien nicht völlig auf Ägypten verzichten wollten, haben sie  die Tenuta di Pietra Porzia bei Frascati gekauft. Das war vor rund 100 Jahren. Sie sehen also, bei uns in der Familie hat der Weinbau sehr wohl Tradition.

EWW: Und wann sind Sie dann ins Gavi-Gebiet gekommen?

Giulini: Vor 40 Jahren etwa. Ich hatte gerade großen Gefallen am Weinbau gefunden und wollte unbedingt einen weiteren Betrieb aufbauen. Da hat meine Mutter gesagt: Einverstanden, aber es muss etwas in der Nähe von Mailand sein. Schließlich befand sich dort der Sitz unseres Unternehmens. Es ist eben ganz praktisch, wenn man nur eine knappe Stunde mit dem Auto bis zum Weingut fährt.
Trotzdem bleibt die gewaltige Entfernung zwischen Novi Ligure und Frascati.
EWW: Wie schaffen Sie es da, Ihre Tätigkeit an der Spitze eines Mode-Unternehmens und den Weinbau unter einen Hut zu bringen?
Giulini: Wann immer es sich einrichten lässt, bin ich in den beiden Betrieben vor Ort, wo natürlich jeweils eigene Kellermeister beschäftigt sind. Und mit Donato Lanati verfüge ich zudem über einen äußerst renommierten önologischen Berater, der mir in allen fachlichen Belangen zur Seite steht.


Giulini vor seinen Weinbergen im Gavi-Gebiet

EWW: Ihre beiden Weingüter befinden sich in klassischen Weißwein-Zonen. Absicht oder Zufall? Immerhin gibt es im Umkreis von Mailand auch sehr attraktive Rotwein-Gebiete.
Giulini: Nein, das war keine Absicht. Das hat sich einfach so ergeben. Wir haben uns für die Tenuta La Marchesa vor allem deshalb entschieden, weil das gesamte Anwesen meinen ganzheitlichen Vorstellungen von Weinbau sehr nahe kommt. [...]

Aus unserer Weingutsdatenbank

Erich & Walter Polz
Erich & Walter Polz

@@ Weingut Erich & Walter Polz - Südsteiermark (Österreich)
Graßnitzberg 54a - 8471 Spielfeld
Tel: 03453-2301, Fax: 03453-23016, E-Mail: weingut@polz.co.at, Homepage: www.polz.co.at
Besitzer: Erich & Walter Polz
Weinberge bewirtschaftet (ha): 17
Weinbergslagen: Hochgrassnitzberg, Obegg, Theresienhöhe, Grassnitzberg
Rebsorten: Welschriesling, Weißburgunder, Morillon, Sauvignon blanc, Gelber Muskateller, Grauburgunder, Traminer, Zweigelt, Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon, Spätburgunder
Weinnamen: Große Lage, Erste Lage
jährliche Flaschenfüllung: 700.000
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"Sehr gut bleibt, was immer besser wird!" Dieser Leitsatz der Brüder Erich und Walter Polz gilt als höchste Maxime des seit 1912 bestehenden Weinguts. Mit zahlreichen Auszeichnungen und Spitzenbewertungen zählt Polz heute zu den führenden Weingütern in Österreich. Ende der 1980er Jahre übernahmen sie das Weingut ihrer Eltern und entwickelten es im Laufe der Zeit zu einer Größe von 70 Hektar. Mit dem Grassnitzberg und den später erworbenen Weingärten am Hochgrassnitzberg, am Obegg (beides Große Lagen nach STK-Definition) und an der Theresienhöhe bewirtschaften sie heute einige der vorzüglichsten Lagen der Steiermark.
Die Rieden sind zum sehr überwiegenden Teil mit den regionaltypischen Rebsorten Sauvignon Blanc, Gelber Muskateller, Welschriesling und Morillon bestockt, Spezialitäten wie Traminer, Pinot Noir oder Zweigelt sowie finessenreiche Cuvées komplettieren das Sortiment. Der Ausbau der Weine erfolgt differenziert, wobei die Linie "Steirische Klassik" mit besonderem Augenmerk auf Fruchtigkeit, Frische und strahlende Sortentypizität im Edelstahl ausgebaut wird. Die Lagenweine gelangen je nach Charakter und Potenzial des Jahrgangs in großen oder kleinen Eichenfässern zur Reife.

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