WorldWine Portrait

April 2002

Monsieur BiB

von André Liebe

 
 
Wer sich die Mühe macht, in Bordeaux einmal nicht nur von einem hochdekorierten Château zum nächsten zu ziehen, wird meist reich belohnt. Weingüter, die bemerkenswerte Qualitäten zu kleinen Preisen bieten, geben dem Reisenden seinen Glauben an die Gerechtigkeit in der Weinwelt zurück.
 

 

Das Gebiet der Appellation Entre-deux-Mers im Osten der Stadt ist eine Gegend, in der sich noch positive Überraschungen finden lassen. Zu ihnen zählt ohne Zweifel Bernard Ducourt in Ladaux, der nicht nur gute Weine auf Flaschen zieht. Ducourts Spezialgebiet ist der Weinschlauch, von Fachleuten Bag-in-Box (BiB) genannt.

In Frankreich längst ein fester Bestandteil des Alltagslebens und in jedem Haushalt präsent, in dem ordentlich gegessen und getrunken wird, haftet dem BiB hier zu Lande noch immer ein "mégout" an, ein Gschmäckle. Kenner und solche, die es gern sein möchten, rümpfen schon beim Anblick des seltsamen Gebildes die Nase.

Das muss angesichts der merkwürdigen Gebindeform auch nicht verwundern. Abgefüllt wird der Wein in eine Kunststofffolie, die von Karton ummantelt ist. Keine Spur mehr von schönen Flaschen mit ästhetischen Etiketten.

Dass in der Box dennoch oft mehr als nur trinkbare Weine verkauft werden, haben die Franzosen seit langem verstanden, und auch bei Ducourt kommt nur beste Qualität in den BiB. "Auch wenn das viele Leute nicht glauben wollen, aber wir füllen hier wirklich den gleichen Wein ab wie in die Flaschen", bekräftigt er.

Die Vignobles Ducourt haben in den letzten Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung erfahren. Als Bernards Vater Henri den Familienbetrieb Anfang der fünfziger Jahre übernahm, besaß dieser gerade zehn Hektar Rebfläche. Heute regiert der Sohn über 400 Hektar der Appellationen Bordeaux, Entre-deux-Mers und Montagne-Saint-Émilion. Die Verdienste von Vater Ducourt um die Weiterentwicklung im Entre-deux-Mers sind unbestritten. Zusammen mit André Lurton zählte er zu den ersten, die Ende der siebziger Jahre erkannten, dass Bordeaux nach den Jahren der überschwefelten, süßen Weine fruchtigere Gewächse brauchte, denen vor allem Sauvignon blanc einen unverwechselbaren Charakter geben sollte.

Bernard Ducourt erbte den Pioniergeist des Vaters und wandte sich einer Disziplin zu, die erheblich schwieriger war, als das traditionelle Abfüllen der Weine in Flaschen. "Die Vinifikation eines Weines für den BiB stellt erst einmal die gleichen Anforderungen wie die für den Flaschenwein, " erklärt er. "Die Weißweine bleiben dabei nach der Gärung noch einige Zeit auf der Hefe liegen, was ihre Frische konserviert, während die Roten traditionell etwa zehn Monate im Stahltank ausgebaut werden."
Der Unterschied beginnt erst beim Füllen, denn das ist beim BiB erheblich komplizierter. "Vor allem darf man in hygienischer Sicht keine Fehler machen," so Ducourt, "damit die Gefahr einer Nachgärung ausgeschlossen ist." Bei den Weißen erfordert auch der Umgang mit der Kohlensäure höchste Aufmerksamkeit. "Im Sommer müssen wir sehr behutsam vorgehen, da sich durch die hohe Temperatur der Inhalt stark ausdehnen und den Plastikschlauch zum Platzen bringen kann.

Der eigentliche Durchbruch bei der BiB-Füllung kam auch für Ducourt mit dem so genannten Intasept-System. Dabei wird der Kunststoffschlauch unter Vakuum befüllt, was dazu führt, dass er mit sukzessiver Entlehrung in sich zusammenfällt. Da der speziell entwickelte Zapfhahn verhindert, dass Luft von außen eindringen kann, ist der Wein vor Oxidation geschützt und bietet bis zu sechs Monate lang gleichbleibende Qualität - auch wenn die Packung bereits angebrochen wurde.
Bernard Ducourt hat die Technik perfektioniert und profitiert dabei natürlich auch von der Größe seines Betriebes, die solch aufwändige Investitionen erst möglich macht. Als echter Technik-Freak ist er selbst darüber hinaus ständig auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten.

Von den Weißweinen Ducourts werden inzwischen 40, von den Rotweinen immerhin 15 Prozent in BiB gefüllt. "Der unvergleichliche Reiz dieser Verpackungsform", merkt Ducourt an, "liegt darin, dass sie sich für viele Gelegenheiten eignet. Die Weine sind ideale Begleiter für den Camping-Urlaub, das Picknick oder auch die festliche Gartenparty."

Aus unserer Weingutsdatenbank

Lageders Kelterturm
Lageders Keltertur

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Weinnamen: Löwengang, Lehen, Haberle, Krafuss, Lindeburg, Vogelmaier, Am Sand, COR Römigberg, Casòn Hirschprunn
jährliche Flaschenfüllung: 1.500.000
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Alois Lageder steht für eine Unternehmenskultur, die Vieles verbindet: Geschichte und Zukunft, Visionen und ihre Umsetzung. Naturverbundenheit und Weitsicht werden in authentischen Weinen lebendig – als Ergebnis eines ganzheitlichen Konzepts mit nachhaltigem Handeln, aus Respekt vor der Natur, Wertschätzung des Lebensraums und Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.
Das Thema der Zukunft steht für Alois Lageder schon lange fest: "Wir stehen am Beginn des solaren Zeitalters und sind aufgefordert, uns auf eine Zeit ohne herkömmliche Energiequellen vorzubereiten, erneuerbare Energiequellen zu nutzen." Verzicht auf den Einsatz fossiler Brennstoffe, innovative Methoden der Wärmerückgewinnung, Integration von Solarkollektoren für die Erzeugung von Strom sind einige der Maßnahmen, die Alois Lageder bereits 1995 in seinem Neubau umgesetzt hat. Der Weingutsneubau wurde, der Ausrichtung im Weinbau entsprechend, konsequent nach baubiologischen und ökologischen Kriterien durchgeführt.
Seit 2004 wurden alle im Besitz des Weingutes befindlichen Weinberge auf biodynamische Bearbeitung umgestellt. "Biodynamie ist für mich eine logische Konsequenz, ein Teil des Ganzen, der Nachhaltigkeit", sagt er. "Biodynamische Landwirtschaft ist die konsequenteste Form des natürlichen Arbeitens im Weinberg, und auch die in sich schlüssigste, da sie die Gesetze der Ganzheitlichkeit in der Natur respektiert und damit die Rebe, die Erde und den Kosmos vereint und in ihr natürliches, biologisches Gleichgewicht bringt". Biodynamie ist daher ein Teil dieser ganzheitlichen Unternehmenskultur. Sie bedeutet für Alois Lageder einen qualitativen Schritt nach vorne.

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