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10. September 2013

Cape reloaded

von Eckhard Supp - Es passiert nicht alle Tage, dass zeitgleich mit einer großen nationalen Weinshow auf unseren (englischen) Seiten eine lebhafte Diskussion über die Weingüter ebendieses Landes stattfindet. Im Falle Südafrikas war allerdings genau das am vergangenen Wochenende der Fall, da wir nur wenige Tage zuvor ein kleines Verkostungshighlight veröffentlicht hatten, welches als Reaktion auf eine Südafrika-Bestenliste des britischen Weinjournalisten Tim Atkin zustande gekommen war.




 

Ein gut besuchter Publikums-Samstag, gefolgt von einem schwächeren Fach-Sonntag - die diesjährige Südafrika-Weinshow fand in der Berliner Botschaft des Landes statt und bot reichlich Platz für Entdeckungen und sehr interessante Gespräche. (Foto: E. Supp)

Ohne die Diskussion hier noch einmal aufnehmen zu wollen, empfand ich es als wohltuende Bestätigung meiner Kritik, dass Atkin's Liste nicht nur bei mir, sondern auch - und zwar auf breiter Front - bei den Südafrikanern selbst für Kopfschütteln gesorgt hatte. Die Show bot dann Gelegenheit die Weine - zum Gutteil sogar neue Jahrgänge, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war - einer Reihe bekannter Betriebe zu verkosten und sogar Neuentdeckungen zu Tage zu fördern. Leider musste man sich wieder einmal die Appellationen der Weine mühsam von den Etiketten abschreiben, da sich im umfangreichen Ausstellungskatalog fehlten. Wie oft ich und Kollegen das in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten schon bemängelt habe, und wie oft man uns von Seiten der Organisatoren versicherte, "bei der nächsten" Präsentation werde man das sicher besser machen, vermag ich schon nicht mehr an den Finger meiner beiden Hänge abzuzählen.

Zu meinen echten Entdeckungen der beiden Tage gehörten das kleine Weingut Keermont aus Stellenbosch mit überzeugenden Weiß- und Rotweinen, und My Wyn aus Franschhoek, das Boutique-Weingut von Jacoline Haasbroe, das einen überragenden Syrah präsentierte.

Hier meine Favoriten aus der Berliner Show (ohne bereits zuvor verkostete Weine) in absteigender Wertung: Cabernet Sauvignon Five Generations 2010 von Cederberg, Shiraz Droe Rooi 2007 von My Wyn, Keermont red 2011 von Keermont, Syrah Fable Mountain Vineyards 2010 von Fable (Ex-Tulbagh Mountain), Z 2011 von De Toren, Chardonnay 2011 von Babylonstoren, Sauvignon blanc David Nieuwoudt Gost Corner 2012 von Cederberg, Chenin blanc Steen op Hout 2011 von Mulderbosch, Night Sky 2010 von Fable und Sauvignon blanc Special Cuvée 2013 von Springfield.

Und hier noch einmal, sozusagen zum Mitschreiben, die Liste derjenigen Betriebe, die nach unseren Verkostungen der letzten zehn Jahre, zu den besten des Landes gehören:

Die Top-Betriebe: De Toren, De Trafford, Ernie Els, Fable (Ex-Tulbagh Mountain), Glenelly, Scali, Sadie family, Kleinood, Crystallum, Mullineux, Reynecke, Rickety Bridge.

Die Verfolger: Cederberg Private, Devon Crest, Dornier, Hamilton Russel, Hermanuspieterfontein, Klein Constantia (mit Anwilka) Longridge, Luddite, Meerlust, Mischa, Mont du Toit, Raka, Rust en Vrede, Saronsberg, Ses'fikile, Signature Brands, Dombeya, De Morgenzon, Oldenburg, Guardian Peak, Anthonij Rupert, Beaumont, Vrede en Lust, Boekenhoutskloof, Kaapzicht, Ken Forrester, Radford-Dale, Lammershoek, Muratie, Springfield, Stark-Condé, Kanonkop.

Newcomer, d. h. Betriebe, die über kurz oder lang zur absoluten Spitze gehören könnten: Rall, My Wyn, Cirrus, Vuurberg.

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