Stichwort: Korkschmecker

Korkschmecker schmecken nicht

Sie dachten, TCA-(Korkschmecker)-verseuchte Weine riechen und schmecken scheußlich? Weit gefehlt - das jedenfalls behaupten jetzt japanische Forscher, die davon überzeugt sind, dass ihre Studien das Wissen über die Auswirkungen von TCA (2, 4, 6 - Trichloranisol) vollständig revolutionieren könnten. Die Japaner behaupten, dass die Wirkung des TCA nicht darin besteht, besonders unangenehm zu riechen oder zu schmecken, sondern darin, die Geschmackspapillen sozusagen zu verschließen, so dass sie einfach nichts mehr wahrnehmen können.


Abgeerntete Korkeichen in Spaniens Extremadura - die Rinde gilt als Hauptverursacher von Korkschmeckern. (Foto: E. Supp)

Newsartikel - Eckhard Supp - 19.10.2013 - 0 Kommentare

Kommt jetzt der Korkschrauber?

Ist das jetzt die eierlegende Wollmilchsau der Korkindustrie? Nachdem der Siegeszug des Schraubverschlusses in den letzten Jahren scheinbar unaufhaltsam wurde, hat der größte portugiesische Erzeuger von Naturkorken jetzt die weiße Flagge gehisst. Auf der jüngsten Vinexpo in Bordeaux stellte die Firma zusammen mit dem US-amerikanischen Glasfabrikanten Owens-Illinois (O-I) eine neue Verschlussvariante vor, die der Korkindustrie das Überleben sichern soll. Der neu vorgestellte Korkschrauber namens Helix besteht aus gepresstem Korkgranulat, in das eine kleine Spirale eingearbeitet ist und das - man höre und staune - in die Flasche geschraubt wird.

Aus dem Granulat werden nach Angaben des Erzeugers mithilfe eines speziellen Verfahrens (System Rosa - Rate of Optimal Steam Application), das sämtliche flüchtigen Bestandteile der Eichenrinde erfasst, unter Druck und mit Wasser angeblich bis zu 80 % des eventuell vorhandenen TCA, des Verursachers von Korkschmeckern, herausgewaschen. Dabei sollen, so hätten vierjährige Laborversuche gezeigt, die physikalischen Eigenschaften des Korkens wie Dichtigkeit und Elastizität keine Verschlechterung erfahren.


Ein Gewinde im Korken, das Gegenstück an der Innenseite des Flaschenhalses - so stellt sich die Korkindustrie ihre eierlegende Wollmilchsau, den Korkschrauber, vor. (Firmenfotos)

Newsartikel - enoworldwine - 08.08.2013 - 0 Kommentare

Tatort. Kriminelle Weinverschluss-Sache

von Andreas Bürgel (Querschläger) - Ich verließ die Stadt auf der Ausfallstraße. Im Berufsverkehr sah sie meist aus wie der längste Parkplatz der Republik. Um diese Zeit aber war hier nicht mehr viel los. Das Radio spielte einen Song von Keb Mo und ich begann mich ein wenig zu entspannen.

Als ich die Stadt ein paar Kilometer hinter mir gelassen hatte, kam ich auf eine lange, dunkle und baumgesäumte Straße, an der nur wenig Häuser lagen. Nach einigen Minuten bog ich zwischen Birken in eine Hofzufahrt ein. Auf dem nur schwach beleuchteten Platz vor dem zurück gelegenen Haus befanden sich bereits einige Fahrzeuge. Kombis, Limousinen, die meisten waren Mittelklassefahrzeuge, recht typisch für diesen Anlass. Ich stieg aus dem Wagen und sah Harry auf mich zukommen. Er sah reichlich mitgenommen aus, beinahe ein wenig grün im Gesicht.

Blogeintrag - - 27.02.2012 - 0 Kommentare

Es korkt ... in der Korkdiskussion

von Eckhard Supp - "Vielleicht klingt es ketzerisch, aber ich bin überzeugt, dass das Problem innerhalb weniger Jahre zu lösen wäre, könnten sich ein paar der renommiertesten Weinproduzenten der Welt ... dazu entschließen, ... Schraubverschlüsse oder Kronkorken zu verwenden". Als ich diese Zeilen im Spätherbst 1991 für mein Buch "Wein für Einsteiger" (erschienen 1992) schrieb, hatten sie bei weitem nicht nicht die prophetisch anmutende Konnotation, die man heute, im Abstand von fast 20 Jahren, in ihnen lesen könnte. Vielmehr griff ich nur einen Gedanken auf, den bereits weitere 16 Jahre zuvor, im Jahre 1976 also, der Kollege Peter Espe (Falkenstein) in seinem Buch "Tips für den Weinkauf" niedergeschrieben hatte: "Eine Revolution in der Wein-Abfüllung kommt ohnedies unaufhaltsam auf uns zu. Der Korken wird mehr und mehr vom Schraubverschluss abgelöst."

Blogeintrag - Eckhard Supp - 19.11.2010 - 3 Kommentare

Neue Forschungen: Korkschmecker kann vom Fass stammen

"Korkschmecker kann durch neues Eichenholz übertragen werden", so die Meldung von Decanter.com, die vor knapp 20 Tagen verschiedentlich Aufsehen erregte. Ganz neu war die Aussage nicht, aber sie bezog sich auf einen Aufsatz*, der seitdem in der französischen Revue des Oenologues erschien, und in dem Forscher der Laboratoires Excell in Mérignac bei Bordeaux, spezialisiert auf Analysen mithilfe von Gaschromatographen und Massenspektrometern, nachwiesen, dass Korkschmecker nicht nur im Korken, sondern in Einzelfällen auch in den Holzdauben neuer Barriquefässer ihre Ursache haben können.

Newsartikel - - 01.10.2010 - 1 Kommentar

Korkwein zu Gelee 

Dass man Wein mit Korkschmecker zum Kochen verwenden kann, weil die Hitze das TCA-Molekül offenbar zerstört, ist seit längerem bekannt. Dass man auch herrliches Gelee daraus kochen kann, zeigte die Egelsbacher Weinhändlerin Edeltraud Cresceri auf der jüngsten ProWein. Das Rezept: Eine Flasche Rotwein mit 80 gr braunem Zucker unter ständigem Rühren einkochen und ein halbes Glas Erdbeer- oder Aprikosenkonfitüre zugeben. Weiter kochen und rühren, bis die Masse geliert.

Newsartikel - - 06.05.2006 - 0 Kommentare

Korkschmecker stammt nicht immer vom Korken 

Korkschmecker müssen nicht immer von fehlerhaften Korken stammen, behaupten jetzt Forscher eines Weinlabors in Mérignac bei Bordeaux, die eine neue Substanz entdeckt haben wollen, deren geruchliche und geschmackliche Wirkung im Wein der des echten Korkschmeckers zum Verwechseln ähnelt. Der Schuldige hört auf den Namen 2,4,6-Tribromanisol, TBA (der echte Korkschmecker entsteht durch 2,4,6-Trichloranisol, TCA), und verbreitet sich angeblich durch die Luft, befällt dabei vor allem Holzfässer, Plastikgeräte und - doch wieder! - Korken.

Newsartikel - - 04.02.2004 - 0 Kommentare

25 Prozent der Korken Auschuss sagen Australier

Zwar behauptet die Korkindustrie nach wie vor, lediglich ein minimaler Teil ihrer Produktion (1 - 3 Prozent) sei fehlerhaft und verursache Korkschmecker, der größte Korklieferant Australiens, der jetzt ein neues Verfahren vorstellte, mit dem Korken vor der Auslieferung systematisch auf TCA, den Auslöser des Korkschmeckers überprüft werden können, kommt jedoch zu ganz anderen Ergebnissen.

Newsartikel - - 08.11.2003 - 0 Kommentare

Henschke gegen Naturkork und Frick mit Kronenkork

Stephen Henschke, einer der besten Erzeuger Australiens, hat jetzt dazu aufgerufen, dem Korkdesaster Einhalt zu gebieten. Er kündigte an, schon in diesem Jahr fast seine gesamte Weißweinproduktion mit Schraubverschluss in den Handel bringen zu wollen. Auch einige seiner besten Roten werden in Zukunft nicht mehr mit Naturkorken sondern mit Metall verschlossen. Henschke berichtet von Erfahrungen mit seinem 1995er Keyneton Estate Shiraz-Cabernet-Malbec, von dem er einen Teil mit Kork, einen anderen mit Schraubverschluss füllte.

Newsartikel - - 23.02.2003 - 0 Kommentare

Korkstudie wissenschaftlicher Nonsense?

Wie bereits von Eno WorldWine vermutet, war die aufwändige Korkstudie, die die britische Wine & Spirits Association kürzlich veröffentlichte, unter wissenschaftlichen Aspekten nicht ganz lupenrein. Dies geht aus einem Artikels im britischen Harper's Magazine hervor, in dem insbesondere kritisiert wird, dass die Zeitspanne zwischen erster und Kontroll-Untersuchung zu lang gewesen seien. Es sei aber erwiesen, dass TCA, der Verursacher des Korkschmeckers, so instabil sei, dass er längere Öffnung der Flasche nicht überstehe.

Newsartikel - - 17.10.2002 - 0 Kommentare

Beaulieu-Keller mit TCA infiziert?

Ein ganzer Lagerkeller ist offenbar bei der Napa-Kellerei Beaulieu (UDV Heublein)  in Kalifornien, einem der Traditionsbetriebe des Landes, mit TCA infiziert und hat für große Mengen fehlerhafter Weine gesorgt. Nach Berichten der Zeitschrift Wine Spectator, die zuerst ein erhöhtes TCA-Vorkommen - TCA ist die Substanz, die für den Korkschmecker verantwortlich ist - bei Beaulieu-Weinen feststellte, konnte dieses erhöhte Vorkommen auch analytisch nachgewiesen werden.

Newsartikel - - 29.09.2002 - 0 Kommentare

Eine Million Korkschmecker im Jahr in Großbritannien

Eine Million Korkschmecker - so das Verdikt der britischen Wine & Spirits Association - finden Jahr für Jahr den Weg in die Regale der Weinhandlungen des Landes, wie decanter.com jetzt berichtete. Danach hat eine Gemeinschaftsstudie von Korkindustrie, Weinhandel, LEH und Weinerzeugern heraus gefunden, dass zwischen 0,7 und 1,2 Prozent der Weine auf dem britischen Markt einen Korkschmecker haben. Von überprüften 13.780 Flaschen wurde auf den Gesamtmarkt hochgerechnet, was die Zahl von einer Million ergab.

Newsartikel - - 24.07.2002 - 0 Kommentare

Wein in Zahlen - Korkdrama

Nach Angaben der Korkindustrie werden in der Welt rund 18 Milliarden Flaschen Wein pro Jahr gefüllt, von denen knapp die Hälfte mit Naturkork verschlossen ist - macht etwa acht Mrd Flaschen. Rechnet man nur mit einem (niedrig angesetzten) Anteil von fünf Prozent mehr oder weniger durch den Kork verdorbener Weine, so ergibt das jedes Jahr die gigantische Zahl von 400.000.000 (400 Millionen!) Flaschen, ein wirtschaftlicher Schaden von mehreren Milliarden Euro.

Newsartikel - - 30.04.2002 - 0 Kommentare

Produkte - Mut zeiget ...

Alle reden vom Korkproblem, wir nicht! So oder ähnlich könnte das Credo zweier Erzeuger lauten, die in der Korkfrage den vielleicht mutigsten, kompromisslosesten Schritt gemacht haben. Nicht mit Naturkork, mit Plastik oder Schraubkapseln verschließen sie ihre Flaschen, sondern mit Kronkorken. Mehr noch: In diese Flaschen werden nicht etwa Billigweine von fragwürdiger Qualität gefüllt, sondern absolute Spitzenprodukte. Die Rede ist vom Weingut Querbach aus Oestrich im Rheingau und von der Kellerei F. & M. Scrimaglio im piemontesischen Nizza Monferrato.

Blogeintrag - - 01.02.2002 - 0 Kommentare

Jetzt reicht es!

Alle Jahre wieder veranstaltet die Korkindustrie Konferenzen, auf denen sie die "unmittelbar bevorstehende, definitive und ultimative Lösung des Korkproblems" ankündigt - ein Versprechen, das man natürlich nicht im Entferntesten zu realisieren in der Lage ist. Die Wahrheit ist, dass die Häufigkeit von Korkschmeckern eher zu- als abnimmt.

Editorial - Eckhard Supp - 01.02.2002 - 0 Kommentare

Produkte - Mut zeiget ...

Alle reden vom Korkproblem, wir nicht! So oder ähnlich könnte das Credo zweier Erzeuger lauten, die in der Korkfrage den vielleicht mutigsten, kompromisslosesten Schritt gemacht haben. Nicht mit Naturkork, mit Plastik oder Schraubkapseln verschließen sie ihre Flaschen, sondern mit Kronkorken. Mehr noch: In diese Flaschen werden nicht etwa Billigweine von fragwürdiger Qualität gefüllt, sondern absolute Spitzenprodukte. Die Rede ist vom Weingut Querbach aus Oestrich im Rheingau und von der Kellerei F. & M. Scrimaglio im piemontesischen Nizza Monferrato.

Newsartikel - - 01.02.2002 - 0 Kommentare

Kork oder Kronkorken, das ist hier die Frage ....

Mitglieder des VDP-Rheingau haben jetzt in einer ausführlichen Verkostung die ersten Versuche, Riesling-Weine mit Kron- und Plastikkorken zu verschließen, zu bewerten versucht. Die Verkostung umfaßte sieben Weine (a 6 Flaschen) von drei Winzerbetrieben (darunter ein Moselaner), die mit Naturkork, Kunststoff oder Edelstahl verschlossen waren, wobei jeder der Weine in zwei Verschluss-Varianten vertreten war. Während keine der angestellten Proben einen klassischen Korkschmecker zeigte, schmeckten durchaus nicht alle reintönig und sauber.

Newsartikel - - 05.03.2001 - 0 Kommentare