Stichwort: Weinbau

Château Wattblick

von Eckhard Supp - Es ist wieder mal viel die Rede von Norddeutschland. Sogar in der Weinszene. Eigentlich ist das ja recht erstaunlich, denn aus Nordeutschland kam seit Jahrhunderten kein Wein. So um 1600 war das vielleicht anders ... aber heute? "Warum kann man Norddeutschland keinen Wein anbauen?" ist denn auch eine Frage, die nicht nur ein naiver User auf gutefrage.net stellte, der sich dafür die Antwort einhandelte: "Wein braucht direkte Sonneneinstrahlung. Weil in ganz Deutschland sie Sonne bekanntlich nur schräg scheint, und nie senkrecht, muss man Wein auf Bergen (Südhängen) anbauen. In Norddeutschland gibt es aber kaum Berge, deswegen auch keinen Weinanbau! So einfach!" Nun, so einfach ist es eben nicht. Tatsache ist: Es gibt Weinbau in Norddeutschland. Es gibt ihn auf Sylt, in einigen Gemeinden des schleswig-holsteinischen Festlands, in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sowieso, und, was auch ausgesprochene Spezialisten oft nicht wissen, auf der Insel Föhr im nordfriesischen Wattenmeer.


Sonne satt ... das gibt es selbst auf der Nordseeinsel Föhr. Wenn auch nicht immer. (Fotos: E. Supp)

Blogeintrag - Eckhard Supp - 08.11.2013 - 4 Kommentare

Brazilian Soul

Fotogalerien - Eckhard Supp - 17.10.2013 - 0 Kommentare

Stürmisches Frankreich: Schäden von Bordeaux bis in die Champagne

Mit großen Zerstörungen durch Stürme und Hagelschlag hatten Frankreichs Prestigeregionen seit Ende Juli zu kämpfen. Die Unwetter, die vom 26. Juli bis zum 2. August Bordeaux, die Champagne und auch das Burgund überzogen, hinterließen eine Spur der Verwüstung. Im Bordelais ar vor allem das Entre-Deux-Mers betroffen - insgesamt wurden hier 4.000 ha Rebfläche zerstört, wobei alleine das bekannte Château Bonnet der Familie Lurton den Verlust von 280 seiner 300 ha beklagen musste -, insgesamt sollen in der Region zwischen 5.000 und 10.000 ha von den Unwettern getroffen worden sein. Allein für das Entre-deux-mers gehen erste Schätzungen von einem Schaden in Höhe von bis zu 20 Mio. EUR aus.


Château Pichon Lalande - hier gab es zwar keinen Hagel, aber dafür beschädigten die Stürme Teile des Daches. (Foto: E. Supp)

Newsartikel - enoworldwine - 08.08.2013 - 0 Kommentare

Skandal: Stammt Frankreichs Weinbau aus Italien?

Frankreichs Weinfreunde wären vielleicht schockiert, wüssten Sie, was Patrick McGovern, Anthropologe und Direktor des Biomolecular Archaeology Laboratory for Cuisine, Fermented Beverages, and Health der Penn-Universität in Philadelphia jüngst herausgefunden hat. McGovern, der bereits den Mythos zerstörte, Georgien sei die Wiege des Weltweinbaus (wir berichteten ...), untersuchte jetzt erstmals Amphoren aus dem südfranzösischen Lattes (Dept. Hérault), die aus einer Zeit von vor 2.500 Jahren stammen, als in diesem Gebiet Handel zwischen Etruskern und Galliern getrieben wurde.

Newsartikel - Eckhard Supp - 14.06.2013 - 0 Kommentare

Schwarz und Weiß: Südafrikas Weinbau im Kreuzfeuer

20 Jahre sind eine lange Zeit ... könnte man meinen, wenn man es aus der Perspektive des Individuums sieht. 20 Jahre sind überhaupt keine Zeit, lautete dagegen wohl das Urteil, überließe man dieselbe Zeitspanne der Betrachtung von Historikern, Ethnologen oder Archäologen. 20 Jahre, ein Jahr mehr oder ein Jahr weniger, sind seit dem Ende des Apartheidregimes in Südafrika vergangen - eine Generation, zumindest aber ein langer Lebensabschnitt. Und doch las man in den letzten Monaten, wie schon vor 20, 30 oder 40 Jahren, wie 1976 bei der Ermordung des Aktivisten Steve Biko, als ich im (fast) benachbarten Angola vom Bürgerkrieg berichtete, wie 1978, als ich Südafrika selbst, seine Zentren und Townships zum ersten Mal besuchte, wieder von sozialen Unruhen, von Streiks, Demonstrationen und Toten durch Polizeieinsätze.

Analyse - Eckhard Supp - 11.04.2013 - 0 Kommentare

Leser fragen ...

Beatrix Komposch fragt: Was ist eine Positivlese?

Leser fragen ... - enoworldwine - 10.02.2013 - 0 Kommentare

Unruhen in Südafrika - Boycott as boycott can?

von Eckhard Supp - Es war einer jener Momente, in denen man zunächst glaubt, nicht richtig gelesen zu haben. "Werden Sie südafrikanische Weine boykottieren?", wollte die Internet-Umfrage von mir wissen, und ein wenig überraschend, ja irritierend wirkte die Frage schon. Zumal der Blick auf das Datum und den Namen der Publikation verrieten: Nein, das war kein Artikel aus den späten 1970er oder den 1980er Jahren und auch die Publikation war keine, in der man jede Menge unverbesserlicher Apartheid-Hardliner vermuten würde.

Die Frage thronte dick und fett über einer Umfrage, welche die Online-Ausgabe des liberalen britischen Guardian vor wenigen Tagen seinen Lesern zur Abstimmung vorsetzte.


Gegen das Apartheid-Regime war der internationale Boykott ein wirksames politisches Mittel, das letztlich den radikalen Umbruch herbeiführte oder zumindest beschleunigte. Aber inflationäres Wiederaufwärmen der alten Slogans könnte den Schwarzen heute mehr schaden als nutzen. (Foto: E. Supp)

Blogeintrag - enoworldwine - 29.01.2013 - 0 Kommentare

Unruhen in Südafrika erreichen den Weinbau

Die sozialen Unruhen in Südafrika, die im vergangenen August im Bergbau rund um Johannesburg begonnen hatten, haben in den letzten Tagen auch den Weinbau in der Kapregion erreicht. Bereits Anfang dieser Woche hatte der Sprecher einer Regionalorganisation der Regierungspartei ANC (African National Congress), Mlibo Qoboshiyane, die internationale Öffentlichkeit zum Boykott südafrikanischer Weine aufgerufen und erklärt, wer südafrikanische Weine kaufe, unterstütze die Ausbeutung der - meist schwarzen - Farmarbeiter. "Die Weinindustrie unseres Landes verdient jede Menge Geld", erklärte er, "da sind die Lohnforderungen der Arbeiter nur gerecht und könnten von den Arbeitgebern erfüllt werden."


Farmarbeiter in der Weinindustrie von Tulbagh. (Foto: E. Supp)

Newsartikel - - 15.11.2012 - 2 Kommentare

Südaustralien schützt Weinbaugebiete vor Urbanisierung

Das Regionalparlament in Südastralien hat ein Gesetz verabschiedet, mit dem zwei der berühmtesten Weinbaugebiete des Landes, das Barossa Valley im Norden der Hauptstadt Adelaide und das McLaren Vale im Süden, vor dem immer weiter ausufernden urbanen Moloch geschützt werden soll. Mit dem Gesetz wird dem Planungsministerium Südaustraliens die alleinige Entscheidungsgewalt - am Parlament vorbei - über 40.000 ha Land im Süden Adelaides und über fast 150.000 ha im Norden entzogen. 

Newsartikel - - 15.11.2012 - 0 Kommentare

EU auf Kompromisskurs bei Pflanzrechten

von Eckhard Supp - In einer interessanten Rede hat der EU-Generaldirektor für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, José Manuel Silva Rodriguez, gestern in Palermo die neue Linie der Kommission zur geplanten Abschaffung der Pflanzrechtsbeschränkungen im Weinbau skizziert. Wichtigste Message an alle, die in den letzten zwei Jahren die Illusion hegten, sie könnten eine Vereinbarung, die sie selbst mit ausgearbeitet und verabschiedet haben, einfach wieder rückgängig machen und zum Status quo ante zurückkehren: "... die Rückkehr zu einer konservativen Position (d. h. zum alten Regime der Pflanzrechtsbeschränkungen, d. Red.) ist (für die Kommission) nicht vorstellbar, aber ...

Blogeintrag - Eckhard Supp - 22.09.2012 - 0 Kommentare

Nein, Georgien ist nicht die Wiege des Weinbaus ...

von Eckhard Supp - Nein, Georgien ist nicht die Wiege des Weinbaus und des Weins - was auch immer der eine oder andere Romantiker oder Weinvermarkter behaupten mag -, und auch die Rolle der traditionellen Amphore, des Kvevri, bei der Entstehung des besonderen Charakters georgischer Weine bleibt umstritten. Dies ist das Fazit, das man aus Vorträgen ziehen konnte, die kürzlich auf dem Ersten Internationalen Kvevri-Symposium auf Kloster Alaverdi in der georgischen Provinz Kachetien gehalten wurden.

Blogeintrag - Eckhard Supp - 20.09.2011 - 2 Kommentare

Streit am Kap: Vergangenheit holt Weinindustrie ein

von Eckhard Supp - Südafrikas Weinwelt erlebt derzeit ein politisches Erdbeben, das die Exportbemühungen des Landes auf Dauer beeinträchtigen könnte. Auslöser war ein Bericht der internationalen NGO Human Rights Watch (HRW), der jetzt der Presse vorgestellt und in südafrikanischen wie angelsächsischen Medien ausführlich dargestellt und kommentiert wurde. Das Verdikt des Berichts: Südafrikas Weinwirtschaft macht einen Großteil ihres Profits noch immer auf dem Rücken ausgebeuteter Schwarzen und Coloureds, die teilweise unter unzumutbaren Bedingungen arbeiten müssen - auf einigen der wichtigen Exportmärkte des Landes wie USA, Schweden oder Großbritannien sicherlich ein Totschlagsargument für die Konkurrenz.

Blogeintrag - Eckhard Supp - 23.08.2011 - 2 Kommentare

Neue Trendregion: Südwestliche Türkei

Die Türkei, laut offizieller Statistik mit 205.000 ha (Stand 2005) viertgrößtes Weinbauland der Erde, das aber in der Vergangenheit fast ausschließlich Rosinen produzierte - die Weinerzeugung lag lange Zeit bei nicht mehr als 250.000 hl - scheint trotz der islamistisch-nationalistischen Regierung ihr Herz für die Weinproduktion entdeckt zu haben. Vor allem die Provinz Denizli im Südwesten des Landes, die von Experten angeblich schon mit dem kalifornischen Napa Valley verglichen wird, scheint dabei tatsächlich großes Qualitätspotenzial zu besitzen.

Newsartikel - Eckhard Supp - 16.08.2011 - 0 Kommentare

Frankreich, Neuseeland: Immer mehr Weinberge bleiben ohne Käufer

Frankreich glaubt nicht mehr an seinen Weinbau. Das wäre jedenfalls eine mögliche Schlussfolgerung, die man aus der aktuellen Entwicklung der Weinbergspreise ziehen könnte. Als Folge der aktuellen Krise versuchen mehr und mehr Weinbergsbesitzer ihren Boden zu verkaufen, stoßen dabei aber auf einen praktisch nicht mehr existenten Markt.  Das gilt auch im Bordeauxgebiet, wo den wenigen Erzeugern, die für ihre Kultweine Phantasiepreise erzielen immer mehr Weingüter gegenüberstehen, die nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können.

Newsartikel - Eckhard Supp - 16.08.2011 - 0 Kommentare

US-Studie: Klimawandel nicht schuld am höheren Alkoholgehalt von Wein

von Eckhard Supp - Moden sind ja (manchmal) etwas Schönes, aber häufig gehen sie einem auch nur schrecklich auf die Nerven. Dass Weine mit hohem Alkoholgehalt immer fett, plump oder marmeladig sein müssen, gehört zu den immer wieder gern geäußerten und gehörten aber nichtsdestoweniger grundfalschen Mode-Statements unserer Zeit.

Blogeintrag - Eckhard Supp - 10.06.2011 - 1 Kommentar

Herr Spanier und das Terroir

von Eckhard Supp - Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Terroirs. So oder so ähnlich könnte man, frei nach Marx und Engels, einen Aufsatz resümieren, den der Rheinhessen-Winzer Hans Oliver Spanier vor einiger Zeit auf Welt online veröffentlichte. Einen Aufsatz, der sich philosophisch und poetisch gibt ("Er kann das Aufscheinen einer Idee im Sinnlichen sein"), aber im Grunde doch nicht über das Niveau durchsichtiger Taschenspielerei hinauskommt.

Blogeintrag - Eckhard Supp - 31.05.2011 - 0 Kommentare

Indien: Regierung erleichtert Weingutsgründungen

Die indische Regierung hat jetzt den Bitten der noch jungen und recht überschaubaren Weinindustrie des Landes entsprochen und einige Sondersteuern gesenkt bzw. abgeschafft. So musste bei der Gründung eines Weinguts bis dato eine einmalige Abgabe entrichtet und eine Kaution für jede genutzte Weinmarke hinterlegt werden.

Newsartikel - - 26.05.2011 - 0 Kommentare

Frankreich: Pestizide töten Winzer

Zum ersten Mal wurde jetzt in Frankreich der Tod eines Winzers und Landwirts offiziell auf den Gebrauch von Pestiziden zurückgeführt, wie der britische The Telegraph dieser Tage schreibt. Yannick Chenet, der mit 43 Jahren verstarb, war dabei nur einer von aktuell 40, schwer erkrankten französischen Landwirten, die auch nach offizieller Lesart an einer Spritzmittelvergiftung leiden. Wie viele Schicksale wirklich auf das Konto der Pestizide gehen, weiß niemand.

Chenet hatte sich im Jahr 2004 vergiftet, als er sich versehentlich ohne Atemschutz den giftigen Nebeln aussetzte. Direkt ins Krankenhaus eingeliefert, fiel er ein erstes Mal ins Koma. Schädigungen am Nervensystem und den Nieren sowie ein aggressiver Blutkrebs waren die Folgen, an denen er schließlich starb.

Blogeintrag - Eckhard Supp - 25.01.2011 - 0 Kommentare

Armenien: Älteste Weinkellerei der Welt entdeckt

Archäologen haben in Armenien jetzt die bis dato älteste Weinkellerei der Welt entdeckt - sie wird auf ein Alter von 6.100 Jahren geschätzt. Wie das Journal of Archaeological Science, das von decanter.com zitiert wird, berichtet, wurden in der Grabungsstätte Areni-1 nicht nur Pressen, Gärbehälter und Trinkschalen, sondern auch Trester, Blätter und Trauben von Vitis vinifera entdeckt. Das alles fand sich jetzt in einer Höhle, die für rituelle Anlässe genutzt wurde, und die bereits 1997 entdeckt worden war. Damit überflügelt Armenien im Wettrennen um den ältesten Weinkeller jetzt wieder das benachbarte Georgien, und man darf gespannt sein, wo die nächste, vielleicht noch ältere Entdeckung gemacht wird.

Newsartikel - - 13.01.2011 - 0 Kommentare

Der Wein - Basiswissen (18)

Wo wächst der Wein? (C)


Alle Fotos: © Eckhard Supp

 

Zwischen Pannonien und den Alpen

Österreich ist in vier Weinbauregionen gegliedert: Das Weinland mit den Bundesländern Niederösterreich und Burgenland, das Steiererland, Wien und schließlich das Bergland mit den Bundesländern Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg, in denen allerdings Weinbau nur eine marginale Rolle spielt. Innerhalb dieser Regionen sind 16 Anbaugebiete ausgewiesen: Weinviertel, Wachau, Kremstal, Kamptal, Traisental, Donauland, Carnuntum, Thermenregion, Neusiedlersee, Neusiedlersee-Hügelland, Mittelburgenland, Südburgenland, Südoststeiermark, Südsteiermark, Weststeiermark und schließlich Wien.

Buchseite - - 30.12.2010 - 0 Kommentare